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Finanzierung

Zahnärztinnen und Zahnärzte müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen im Rahmen der Regelungen der mit der KZBV getroffenen Grundsatzfinanzierungs- und Pauschalenvereinbarung.

Wesentlich beeinflusst wurde die für die Vertragszahnärzteschaft getroffene Pauschalenvereinbarung durch den Schiedsspruch zur Finanzierung der Einführung der Telematikinfrastruktur für den Wirkbetrieb des Online-Rollouts Stufe 1 für die Vertragsärzteschaft, der während der laufenden Verhandlungen der KZBV mit dem GKV-SV erging. Dieser sah die zeitliche Staffelung der Höhe der Pauschalbeträge für den Konnektor vor. Daher war der GKV-SV nicht bereit, im vertragszahnärztlichen Bereich von dieser Regelung abzusehen.

Anspruch auf die genannte finanzielle Förderung haben alle an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Praxen. Dies umfasst die Einzelpraxis, Berufsausübungsgemeinschaften, das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), ermächtigte Einrichtungen sowie die Einrichtungen gem. § 311 Abs. 2 SGB V. Finanziell gefördert wird eine Praxis ab dem Zeitpunkt, wenn die Komponenten und Dienste in der Praxis in Betrieb genommen sind. Ab dann hat sie Anspruch auf die Pauschalen des Standard-Erstausstattungspaketes und des Standard-Betriebspaketes.

Die Auszahlung der Erstausstattungs- und Betriebskostenpauschalen erfolgt durch die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen). Um die Beantragung und Abwicklung der Pauschalenzahlungen zu erleichtern, werden im Serviceportal der KZV Berlin bei Anmeldung mit einem persönlichen Zugang des Vertragszahnarztes entsprechende elektronische Formulare bereitgestellt. Dadurch kann eine Praxis bei der Beantragung bereits erfahren, welche Pauschalenhöhe ihr zusteht.

Standard-Erstausstattungspaket

Das Standard-Erstausstattungspaket beinhaltet Pauschalbeträge für die entsprechenden Komponenten, eine TI-Startpauschale und, sofern die hierzu erforderlichen Voraussetzungen für die Finanzierung erfüllt sind, ein mobiles Kartenterminal.

TI-Startpauschale

Die TI-Startpauschale (900,- €) umfasst die Erstattung der Kosten für die Installation der Komponenten und Dienste inklusive Schulung, die Ausfallzeiten der Vertragszahnarztpraxis bei der Installation, die einmalige Integration der Komponenten in das Praxisverwaltungssystem sowie den zeitlichen Aufwand für die Einführung des VSDM in den Praxen.

Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS)

Die Kosten für das Update sind in der TI-Startpauschale enthalten. Diese Pauschale soll auch die Kosten für die Installation und damit zusammenhängende Ausfallzeiten der Praxis und für Schulungen der Mitarbeiter abdecken.

Konnektor

Die Kosten sind in der Pauschale für das Standard-Erstausstattungspaket enthalten. Pro Praxisstandort wird ein Konnektor finanziert, mit dem die komplette Praxis an die TI angebunden wird. Bei mehr als einem Praxisstandort können zusätzliche Konnektoren erstattet werden.

Die Höhe des Pauschalbetrages für den Konnektor ist zeitlich gestaffelt. In den Folgequartalen ab dem dritten Quartal 2017 bis zum IV. Quartal 2018 wird die Pauschale für den Konnektor um jeweils zehn Prozent gesenkt.

Hintergrund für die gestaffelte Erstausstattungspauschale ist die Marktentwicklung in diesem Bereich: Es wird seitens des GKV-SV erwartet, dass die Preise für die Konnektoren fallen, sobald weitere Anbieter auf den Markt kommen. Anderenfalls wird die KZBV mit dem GKV-SV in weitere Verhandlungen eintreten. Die Höhe der Pauschalen muss dabei jeweils so kalkuliert werden, dass sie die günstigsten Kosten eines Standard-Erstausstattungspaketes sowie eines Standard-Betriebspaketes vollständig deckt.

stationäres Kartenterminal

Die Kosten sind in der Pauschale für das Standard-Erstausstattungspaket enthalten. Pro Kartenterminal stehen 435 Euro zur Verfügung. Dabei können Praxen abhängig von der Praxisgröße und der dort am Praxisstandort tätigen Zahnärztinnen und Zahnärzte bis zu drei Geräte erhalten. Maßgebend für die Zuordnung zu einer der Stufen ist die Zahl der am Praxisstandort tätigen Zahnärztinnen und Zahnärzte. Zahnärzte sind in diesem Sinne sowohl Vertragszahnärzte als auch angestellte Zahnärzte, welche vertragszahnärztliche Leistungen bei einem Beschäftigungsumfang von mindestens 20 Stunden pro Woche erbringen. 1-3 Zahnärzte erhalten ein Kartenterminal, 4-6 Zahnärzte haben Anspruch auf 2 Terminals, bei 7 und mehr Zahnärzten besteht ein Anspruch auf 3 Geräte.

mobiles Kartenterminal

Mobile Kartenterminals werden finanziert, wenn Praxen gegenüber der zuständigen KZV entweder eine bestimmte Anzahl von Besuchsfällen im Vorjahr bzw. im aktuellen Jahr oder den Abschluss von Kooperationsverträgen mit einer Pflegeeinrichtung gem. § 119b Abs. 1 SGB V nachweisen, welche den Anforderungen der Rahmenvereinbarung nach § 119b Abs. 2 SGB V entsprechen. Die Voraussetzungen für die Anzahl der pro Praxisstandort zustehenden Pauschale entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle:

Anzahl am Standort tätige Zahnärzte*

Besuchsfälle im Vorjahr/aktuellem Jahr oder Kooperationsvertrag gem. § 119b Abs. 1 SGB V

Anspruch auf Erstattung der Pauschale für

beliebig

mindestens 30 Besuchsfälle

1 mobiles Kartenterminal

beliebig

mindestens 1 Kooperationsvertrag

1 mobiles Kartenterminal

mindestens 2

mindestens 100 Besuchsfälle

2 mobile Kartenterminals

mindestens 2

mindestens 3 Kooperationsverträge

2 mobile Kartenterminals

ab 3

mindestens 200 Besuchsfälle

3 mobile Kartenterminals

ab 3

mindestens 5 Kooperationsverträge

3 mobile Kartenterminals

*Vertragszahnärzte und angestellte Zahnärzte, die zur Erbringung vertragszahnärztlicher Leistungen berechtigt sind. Angestellte Zahnärzte werden bei der Staffelung berücksichtigt, wenn der Beschäftigungsumfang jeweils mindestens 20 Stunden pro Woche beträgt.

Eine Beantragung der Refinanzierungspauschale für mobile Lesegeräte wird frühestens ab Mitte August 2018 möglich sein. Wenn die Voraussetzungen auf eine Erstattungspauschale gegeben sind, werden die anspruchsberechtigten Praxen hierüber per E-Mail informiert.

Beim Einlesen werden die Versichertendaten verschlüsselt auf dem mobilen Lesegerät abgelegt. Da hierfür ein Praxisausweis oder elektronischer Heilberufsausweis benötigt wird, ist für den Betrieb der neuen Generation
mobiler Lesegeräte („Ausbaustufe 2“) ein entsprechender Ausweis unverzichtbar.

Mobile Lesegeräte der alten Generation (Ausbaustufe 1) können solange weiterverwendet werden bis die Versichertendaten auf der eGK generell nur noch mit einem Praxis- oder Heilberufsausweis auslesbar sind (frühestens ab dem Jahr 2019).

Die Geräte werden mit 350 Euro finanziert, zuzüglich der Kostenerstattung für den elektronischen Praxisausweis. Mobile Kartenterminals können zeitlich unabhängig von den anderen Komponenten bestellt, angebunden und abgerechnet werden.

 

Wichtiger Hinweis: Die Höhe der Erstausstattungspauschale, die eine Praxis erhält, richtet sich nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Technik. Wann der Konnektor bestellt oder geliefert wird, ist dagegen nicht entscheidend. Beispiel: Wird der Kaufvertrag im November 2017 unterschrieben und das erste VSDM erfolgt im Januar 2018, bekommt die Praxis die Pauschale für das erste Quartal 2018.

Standard-Betriebspaket

Auch für die laufenden Betriebskosten erhalten Praxen Geld: für die Wartung und die notwendigen Updates des Konnektors sowie für den VPN-Zugangsdienst. Weitere laufende Pauschalen sind für den elektronischen Praxisausweis (SMC-B) und den elektronischen Heilberufeausweis (eHBA) vorgesehen.

Praxisausweis (SMC-B)

Für den Praxisausweis (SMC-B) wurden bis Juli 2018 8 Euro je Praxisstandort pro Monat erstattet. Das Finanzierungsmodell für die SMC-B wird fortan nicht mehr über eine monatliche Betriebskostenpauschale erfolgen, sondern über eine Einmalzahlung von 480 EUR jeweils zu Beginn der Laufzeit (also alle fünf Jahre). Bei Zahnarztpraxen, denen bereits monatliche Betriebskostenpauschalen erstattet worden sind, werden von Seiten der KZV Berlin Nachzahlungen unter Anrechnung bereits ausgezahlter Pauschalen vorzunehmen sein.

Für ein mobiles Kartenterminal wird ein weiterer Praxisausweis finanziert, sofern die Voraussetzungen auf Erstattung eines mobilen Kartenterminals erfüllt sind. Die verwendeten Karten sind in der Regel fünf Jahre gültig, dann müssen sie gegen neue Karten ausgetauscht werden.

Ausführliche Information zum Praxisausweis und dessen Beantragung finden Sie unter www.kzv-berlin.de/telematik/praxisausweis

VPN-Zugangsdienst

Die monatlichen Kosten für den VPN-Zugangsdienst werden durch die ausgezahlte monatliche Pauschale des Standard-Betriebspaketes abgegolten. In dieser Pauschale sind auch die Kosten für die Wartung und nötige Updates des Konnektors enthalten.

Elektronischer Heilberufeausweis (eHBA)

Wird erst für spätere Anwendungen im OPB1 benötigt. Nach unseren Informationen wird die Beantragung eines eHBA bei der Zahnärztekammer Berlin voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2018 möglich sein.

Die Pauschale für den eHBA wird als Einmalzahlung für 5 Jahre im Rahmen des Standard- Betriebspaketes geleistet, welche hälftig die Kosten deckt. Für den eHBA erhalten Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte eine Pauschale in Höhe einer Einmalzahlung von 233 Euro für 5 Jahre.