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Herausgabe von Röntgenaufnahmen an den Patienten?

Viele Zahnärzte sind sicherlich schon einmal in die Situation gekommen, dass ein Patient Röntgenaufnahmen anfordert.

Hat er hierauf Anspruch? Müssen – sofern nicht digitale Aufnahmen vorhanden sind - dem Patienten die Röntgenbilder im Original überlassen werden?

Hier lautet die Antwort zunächst  nein.

Der Patient hat ein Einsichtsrecht in die Behandlungsunterlagen, so auch die Röntgenbilder, allerdings grundsätzlich kein Recht auf Überlassung der Originalunterlagen (Ausnahme folgt). Ganz im Gegenteil stehen diese im Eigentum des Zahnarztes. Röntgenbilder zur Untersuchung sind von ihm nach § 28 Absatz 3 der Röntgenverordnung (RöV) 10 Jahre lang aufzubewahren.

  • Beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass Sie ggf. in Prüfverfahren der KZV, z. B. einer sachlich-rechnerischen Berichtigung oder Wirtschaftlichkeitsprüfung, oder in Gerichtsverfahren in Beweisnot geraten könnten, wenn die (Original-)Bilder bei Ihnen nicht mehr vorhanden sind. Deshalb ist anzuraten, die Bilder nicht unbedacht aus der Hand zu geben!

Einen Anspruch auf Überlassung der Originalaufnahmen hat der Patient allerdings im Falle der Weiterbehandlung durch einen anderen Zahnarzt. Hierzu sei § 28 Absatz 8 RöV zitiert:

„Wer eine Person mit Röntgenstrahlen untersucht oder behandelt, hat einem diese Person später untersuchenden oder behandelnden Arzt oder Zahnarzt auf dessen Verlangen Auskünfte über die Aufzeichnungen nach Absatz 1 Satz 2 zu erteilen und ihm die Aufzeichnungen und Röntgenbilder vorübergehend zu überlassen. Auch ohne dieses Verlangen sind die Aufzeichnungen und Röntgenbilder der untersuchten oder behandelten Person zur Weiterleitung an einen später untersuchenden oder behandelnden Arzt oder Zahnarzt vorübergehend zu überlassen, wenn zu erwarten ist, dass dadurch eine weitere Untersuchung mit Röntgenstrahlung vermieden werden kann. Sofern die Aufzeichnungen und Röntgenbilder einem beauftragten Dritten zur Weiterleitung an einen später untersuchenden oder behandelnden Arzt oder Zahnarzt überlassen werden, sind geeignete Maßnahmen zur Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht zu treffen. Auf die Pflicht zur Rückgabe der Aufzeichnungen und Röntgenbilder an den Aufbewahrungspflichtigen ist in geeigneter Weise hinzuweisen.“

Klar ist, dass es dem Patienten nicht zuzumuten ist, sich einer nochmaligen Strahlenbelastung auszusetzen, wenn sein neuer Zahnarzt Röntgenbilder benötigt. Hierzu heißt es ergänzend in den Behandlungsrichtlinien zur Röntgendiagnostik:

„Vor Röntgenuntersuchungen ist stets abzuwägen, ob ihr gesundheitlicher Nutzen das Strahlenrisiko überwiegt, Die Strahlenexposition ist auf das notwendige Maß zu beschränken. […] Bei neuen Patienten oder bei Überweisungen sollen nach Möglichkeit Röntgenaufnahmen, die von vorbehandelnden Zahnärzten im zeitlichen Zusammenhang angefertigt worden sind, beschafft werden. Diese Röntgenaufnahmen sollen vom nachbehandelnden Zahnarzt in Diagnose und Therapie einbezogen werden.“

Es besteht folglich die Pflicht, dem Nachbehandler vorhandene Bilder zu überlassen. Dies geschieht allerdings nur vorübergehend, solange die Bilder für die Behandlung benötigt werden, an den Eigentumsrechten und den Aufbewahrungspflichten ändert sich nichts. Der Nachbehandler darf die Aufnahmen nicht dauerhaft für sich beanspruchen!

Wenn Sie einem Nachbehandler die Röntgenaufnahmen überlassen, notieren Sie den genauen Verbleib Ihrer Unterlagen und wählen Sie eine sichere Übersendungsmethode, die Ihnen gleichzeitig den Nachweis liefert, dass Sie die Bilder verschickt haben. Idealerweise - sofern Sie es ohne großen Aufwand einrichten können, übergeben Sie die Röntgenaufnahmen persönlich und lassen sich eine entsprechende Quittung ausstellen.

Gleiches gilt natürlich auch, wenn Sie von einem Gericht oder einem bestellten Gutachter zur Übersendung der Unterlagen aufgefordert werden. Denn: Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen könnten zum Verlust der Röntgenbilder führen, was ggf. für Sie unangenehme Konsequenzen haben könnte.

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