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Verordnung von Heilmitteln ab 01.07.17

Heilmittelverordnungen können im zahnärztlichen Bereich dann notwendig sein, wenn es im Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich zu Heilungs- oder Funktionsstörungen kommt, beispielsweise

  • Lymphdrainagen zur Ableitung gestauter Gewebeflüssigkeit,
  • Physiotherapie bei Bewegungsstörungen (und auch bei neurologischen Erkrankungen, die Auswirkungen auf den Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich haben),
  • manuelle Therapie bei Gelenkblockaden
  • Sprech- oder Sprachtherapie bei Lautbildungsstörungen nach operativen zahnmedizinischen Eingriffen.

Falls dies erforderlich ist, können mit zahnärztlich verordneten Heilmitteln nicht nur der Mund- und Kieferbereich selbst, sondern auch die anatomisch direkt angrenzenden oder funktionell unmittelbar mit der Kau- und Kiefermuskulatur in Zusammenhang stehenden Strukturen (Craniomandibuläres System) mitbehandelt werden.

Der Heilmittelkatalog umfasst:

  • die Indikationen, bei denen Heilmittel verordnungsfähig sind,
  • die Art der verordnungsfähigen Heilmittel bei diesen Indikationen,
  • die Menge der verordnungsfähigen Heilmittel und Besonderheiten bei Wiederholungsverordnungen (Folgeverordnungen).

Hinsichtlich der Details der Verordnungsmöglichkeiten verweisen wir auf die Erstfassung der Richtlinie, welche Sie auf der Internetseite des Gemeinsammen Bundesausschuss finden.

Verordnungsvordruck - Zahnärztliche Heilmittelverordnung

Ausdruck über das eigene Praxisverwaltungssystem:
Der Vordruck enthält das Format DIN A4 hoch. Dieser kann in der Vertragszahnarztpraxis mittels EDV erstellt werden. Hierbei dürfen Inhalt, Aufbau und Struktur sowie die vorgegebenen Zeilenabstände nicht verändert werden. Auf die Verwendung von Sicherheitspapier wird bis zu einer Vereinbarung über die Blankoformularbedruckung verzichtet.

Die Hersteller der Praxissoftware wurden bereits Ende Mai 2017 über die neuen Vordrucke informiert, damit die Programmierarbeiten beginnen können. Die entsprechenden Updates werden Sie noch zeitgemäß vor dem 01.07.2017 erhalten.

Zahnärztliche Heilmittelverordnung in Papierform:
Die KZV Berlin wird das Formular in Papierform in der 25. Kalenderwoche vom SCHÜTZDRUCK erhalten. Alle Praxen ohne die geeignete Praxissoftware haben dann die Möglichkeit, sich das Formular bei Bedarf unter der Rufnummer 030 89004-100 oder per E-Mail poststelle@kzv-berlin.de anzufordern.

Bitte beachten Sie die Vereinbarung über den Vordruck nebst Ausfüllhinweise. Dieses Formular in Papierform ist mit der Hand auszufüllen. Das Drucken über den PC, bis auf die Patientenstammdaten, ist in diesem Fall nicht möglich.

Das Feld für die Leistungserbringer (rechts oben auf dem Formular, siehe Punkt Nr. 15 der Ausfüllhinweise) sowie die Felder des ICD-10-Code (links unten des Formulars, siehe Punkt Nr. 13 der Ausfüllhinweise) sind nicht vom Vertragszahnarzt auszufüllen. Die Diagnose ist als Freitext anzugeben.

Uns erreichten bis jetzt schon folgende Fragen zur neuen Heilmittel-RILI aus den Zahnarztpraxen:

Sind die Leistungen budgetiert?

Im Gegensatz zur vertragsärztlichen Versorgung besteht für die vertragszahnärztliche Heilmittelverordnung keine Richtgrößenvereinbarungen nach § 84 Abs. 6, 7 SGB V. Vor der Heilmittelverordnung hat sich der verordnende Vertragszahnarzt gleichwohl nach § 9 der zahnärztlichen Heilmittel-Richtlinie der Wirtschaftlichkeit der Verordnung zu versichern.

Wie Sie erkennen, ist der Dokumentationspflicht in noch größerem Umfang als bisher Genüge zu leisten. Denn: Obwohl eine Budgetierung für Zahnärzte nicht gegeben ist – die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist immer möglich.

In welchen Zeitabständen kann verordnet werden?

Das geht aus § 6 Verordnung im Regelfall; Erst- und Folgeverordnung der Heilmittelrichtlinien hervor und wird im Heilmittelkatalog unter der Spalte „Verordnungsmenge je Indikationsgruppe“ ausgewiesen.

Beispiel CD1:

Verordnungsmenge je Indikationsgruppe/
weitere Hinweise

Erst-VO: bis zu 6 x/VO

Folge-VO: bis zu 6 x/VO

Gesamtverordnungsmenge des Regelfalls: bis zu 18 Einheiten

Frequenzempfehlung: 1 bis 3 x wöchentlich

Ziel: Erlernen eines Eigenübungsprogramms

Können auch mehr als 18 bzw. 30 Verordnungsmengen (Einheiten) verordnet werden?

Das geht aus § 7 Verordnung außerhalb des Regelfalls der Heilmittelrichtlinien hervor.
Ist das Therapieziel trotz Ausschöpfens der Gesamtverordnungsmenge im Regelfall nicht erreicht worden, kann der Vertragszahnarzt eine Heilmittelverordnung außerhalb des Regelfalls vornehmen. Dazu ist die zahnmedizinische Notwendigkeit – mit einer prognostischen Abschätzung versehen – gesondert zu begründen. Auch ist erneut eine störungsbildabhängige geeignete Diagnostik durchzuführen, um auf der Basis des festgestellten Therapiebedarfes, der Therapiefähigkeit, der Therapieprognose und des Therapieziels die Heilmitteltherapie fortzuführen oder andere Maßnahmen einzuleiten. Liegen solche anderen Maßnahmen außerhalb der von der zahnärztlichen Approbation umfassten Möglichkeiten vor, ist der Versicherte auf weitergehende Maßnahmen im Rahmen einer vertragsärztlichen Behandlung zu verweisen.

Die Verordnung außerhalb des Regelfalls bedarf einer gesonderten Genehmigung durch die Krankenkasse. Hier darf die Behandlung erst fortgeführt werden, wenn eine Genehmigung der Krankenkasse vorliegt.

Bitte beachten Sie die Besonderheiten bei den Ausfüllhinweisen dieser Verordnung.

Was ist bei einer Folgeverordnung zu beachten?

Das geht aus § 6 Absatz 6, 7 und 8 der Heilmittel-RILI hervor.
(6) Nach einer Erstverordnung gilt jede Verordnung zur Behandlung derselben Erkrankung (desselben Regelfalles) als Folgeverordnung. In diesem Fall ist das Kästchen „Folgeverordnung“ vom Vertragszahnarzt anzukreuzen. Dies gilt auch, wenn sich während der Behandlung die Leitsymptomatik ändert und unterschiedliche Heilmittel zum Einsatz kommen.
(7) Folgeverordnungen im Regelfall können nach Maßgabe des Heilmittelkatalogs ZÄ bis zur Erreichung der Gesamtverordnungsmenge des Regelfalls ausgestellt werden. Sofern mehrere Heilmittel verordnet werden, ist die Verordnungsmenge des vorrangigen Heilmittels entscheidend für die Gesamtverordnungsmenge.
(8) Folgeverordnungen sind nur zulässig, wenn sich die behandelnde Vertragszahnärztin oder der behandelnde Vertragszahnarzt zuvor erneut vom Zustand der Patientin oder des Patienten überzeugt hat. Bei der Entscheidung der Vertragszahnärztin bzw. des Vertragszahnarztes über Folgeverordnungen sind der bisherige Therapieverlauf sowie zwischenzeitlich erhobene Befunde zu berücksichtigen.

Regelungen bis zum 01.07.2017

Bis zum Inkrafttreten der neuen Richtlinie gelten die bisherigen Regelungen weiter.
Weitere Informationen zu den bisherigen Regelungen finden Sie auf den folgenden Seiten der Abrechnungsbereiche Kieferorthopädie und Kieferbruch.

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