Logo

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) ist der allgemein anerkannte Nachweis darüber, dass der Arbeitnehmer aufgrund einer Erkrankung arbeitsunfähig ist. Wenn sie in der Zahnarztpraxis auch nicht den Stellenwert besitzt wie in der ärztlichen Praxis, sollte der Zahnarzt dennoch wissen, wie er bei einer „Krankschreibung“ vorzugehen hat.

Wann darf eine AU-Bescheinigung ausgestellt werden?

Eine Arbeitsunfähigkeit liegt nach den „AU-Richtlinien“ des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 Absatz 1 Satz 1) immer dann vor, wenn der Arbeitnehmer seiner vertragsmäßigen Arbeit nicht oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung nachkommen kann, dass sich sein Zustand verschlechtert. Dabei geht das Bundessozialgericht sogar noch einen Schritt weiter und nimmt eine Arbeitsunfähigkeit nur dann an, wenn weder die vertraglich vereinbarte Tätigkeit noch eine vergleichbare, im Rahmen des Direktionsrechts zugewiesene Aufgabe ausgeübt werden kann.
Für das Ausstellen einer AU-Bescheinigung ist ein kausaler Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit auf der einen Seite und einem „regelwidrigen körperlichen oder geistigen Zustand“ des Arbeitnehmers (= arbeitsrechtlicher Krankheitsbegriff) auf der anderen Seite erforderlich.
Dazu folgendes Beispiel: Eine Lehrerin, die ihren Zahnersatz (z. B. Vollprothese) zu Reparaturzwecken beim Zahnarzt belassen muss, kann die ihr obliegende vertragliche Tätigkeit nicht ohne Einschränkungen ausüben; sie ist damit arbeitsunfähig.

Hinweise zur Ausstellung einer AU-Bescheinigung

Die Arbeitsunfähigkeit darf gemäß der AU-Richtlinien nur aufgrund einer (zahn-)ärztlichen Untersuchung durch den behandelnden Arzt oder Zahnarzt oder dessen persönliche Vertreter bescheinigt werden. Diese Pflicht ergibt sich für Vertragszahnärzte aus § 15 BMV-Z. Die Bescheinigung erfolgt auf den dafür vorgesehenen Vordrucken („gelber Schein“) oder über das Blankoformularbedruckungsverfahren.
Die aktuelle Rechtsgrundlage sieht vor, dass der Anspruch auf Krankengeld bereits ab dem Tag der (zahn)ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit entsteht. Somit reicht es aus, wenn Versicherte eine Folgebescheinigung am nächsten Werktag nach Ablauf der zuvor attestierten Arbeitsunfähigkeit einholen.
Darüber hinaus kann eine Rückdatierung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit nur ausnahmsweise und nach gewissenhafter Prüfung durch die Vertrags(zahn)ärztin oder den Vertrags(zahn)arzt bis zu drei Tage erfolgen.
Bei der Beurteilung der Dauer der Arbeitsunfähigkeit sollte sich jeder Zahnarzt/jede Zahnärztin selbst eine gewisse Zurückhaltung auferlegen, da zahnärztliche Behandlungen – von einigen kieferchirurgischen Eingriffen abgesehen – in der Regel nicht zur Arbeitsunfähigkeit im oben genannten Sinne führen.

Die am 17.März 2016 in Kraft getretene Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie sowie die dazugehörigen Beschlüsse finden Sie hier.

Vordruck für die AU-Bescheinigung im ärztlichen Bereich

Sie haben folgende Möglichkeiten der Ausstellung:

Verwendung der Papiervordrucke
Bei Verwendung der Papiervordrucke trägt der Vertragszahnarzt den begründenden Befund der Arbeitsunfähigkeit unter „AU-begründende Diagnose(n)“ als Klartext/Freitext in der dafür vorgesehenen Zeile ein.
Falls der vorgesehene Platz nicht ausreicht, können die Felder „ICD-10 - Code“ zusätzlich zur Klartext/Freitext-Eingabe genutzt und überschrieben werden.

Herstellung im Blankoformularbedruckungsverfahren (seit 2007 möglich)
Hier sind als Druckvorlage im Ausgangspunkt die in der Anlage abgebildeten Muster zu verwenden. Dabei ist sicherzustellen, dass sich gegenüber den Mustern im Inhalt, in der Gestaltung, Abmessung, Druckstärke 3 und Schriftgröße keine Abweichungen ergeben, mit Ausnahme der im Folgenden dargestellten Besonderheiten:
Im Blankoformularbedruckungsverfahren werden die im Original-Muster unter „AU-begründende Diagnose(n)“ vorgesehenen Felder für die Angabe des ICD-10 – Codes durch zwei Zeilen für die Klartext-/Freitexteingabe ersetzt.

Die Felder „Es wird die Einleitung folgender besonderer Maßnahmen für erforderlich gehalten“, einschließlich der Ankreuzmöglichkeiten, bleiben im vertragszahnärztlichen Bereich unberücksichtigt.

Empfehlenswerter ist daher die Herstellung im Blankoformularbedruckungsverfahren, da mehr Platz für den Freitext der AU-begründenden Diagnosen vorhanden ist.

Für den seltenen Fall, dass aufgrund des vom Vertragszahnarzt festgestellten Befundes die durchgängige Dauer der Arbeitsunfähigkeit mehr als 6 Wochen beträgt oder der Vertragszahnarzt über das Vorliegen eines sonstigen Krankengeldfalles (z.B. wegen anrechenbaren Vorerkrankungen oder Arbeitsunfähigkeit während der ersten vier Wochen des Arbeitsverhältnisses) Kenntnis erlangt, sind die dafür vorgesehenen Felder im „Krankengeldfall“ auszufüllen.

Die bestehenden regionalen Vereinbarungen zum Blankoformularbedruckungsverfahren finden auch auf dem geltenden Muster 1 Anwendung. Spezialpapier ist dafür nicht erforderlich. Über den bisherigen Umfang eventuell hinausgehende Kosten werden allerdings von den Krankenkassen nicht übernommen.
Die KZBV wird die Hersteller der PVS-Software entsprechend informieren. Darüber hinaus befinden sich KZBV und GKV-Spitzenverband in Abstimmung einer Vereinbarung darüber, in welcher Weise künftig die einheitliche Nutzung des AU-Formulars im ärztlichen und zahnärztlichen Bereich gewährleistet werden kann. In dieser Vereinbarung soll auch die oben beschriebene Übergangslösung noch einmal dargestellt werden.

Welche Geb.-Nr. ist für das Ausstellen einer AU-Bescheinigung abrechenbar?

Über die konservierende und chirurgische Abrechnung ist die Gebührenordnung für Ärzte (Geb.-Nr. 70) Erfassungsnummer 7700 zu berechnen. Bei Krankschrift von Kindern mit einem Zusatz in der Karteikarte - für Mutter/Vater.

Bescheinigung bei Erkrankung eines Kindes

Ist ein gesetzlich krankenversichertes Kind erkrankt und bedarf einer Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege durch einen ebenfalls gesetzlich krankenversicherten Erziehungsberechtigten, so ist die "Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes" auszufüllen. Diese Regelung gilt bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres.

Wo kann ich das Muster 1 oder Muster 21 bestellen?

Die Formulare Muster 1 (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) sowie Muster 21 (Ärzt. Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung des Kindes) erhalten Sie direkt bei dem:

Paul-Albrechts-Verlag
Hamburger Straße 6
22952 Lütjensee
Telefon 04154-799-166
Telefax 04154–799-173
E-Mail: info@pav.de

Aufbewahrungsfrist

In der Übersicht haben wir für Sie die Aufbewahrungsfrist für die Durchschrift bzw. für das Duplikat der AU-Bescheinigung aufgeführt.

Nach oben

Hotline Abrechnung - KCH

Tel.: 030 89004-401
Fax: 030 89004-46401
kch(at)kzv-berlin.de

Hotline

Donnerstag, 20.12.2018
bis 18:00 Uhr

Einreichungstermine

Letzter Einreichungstermin für die Quartalsabrechnung:
KCH/KFO IV. Quartal 2018
Montag, 07.01.2019

(Servicezeit bis 16:30 Uhr, Telefonhotline bis 16:30 Uhr)