Telematikinfrastruktur (TI)

Zahnärzte, Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser sowie andere Akteure des Gesundheitswesens sollen künftig schneller und einfacher miteinander kommunizieren sowie medizinische Daten austauschen können. Das dafür notwendige digitale Kommunikationsnetz ist die Telematikinfrastruktur. Oberste Priorität dieses Netzes ist die Datensicherheit. So hat es der Gesetzgeber bereits im Jahr 2003 beschlossen. Im Jahr 2015 kamen mit dem E-Health-Gesetz konkrete Anwendungen und Zeitpläne hinzu.

Verantwortlich für den Aufbau, Betrieb und die Weiterentwicklung der TI ist die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, kurz gematik. Gesellschafter der gematik sind der GKV-Spitzenverband, die Kassenzahn-ärztliche und die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Bundesärztekammer und die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Deutsche Apothekerverband.

Fristablauf

Zahnarztpraxen müssen die benötigten Geräte bis zum 31. März 2019 bestellen, um die gesetzlich ab dem 1. Januar 2019 vorgesehenen Sanktionen in Form von Honorarkürzungen in Höhe von einem Prozent zu vermeiden.

Die Bestellung muss bei der jeweils zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) nachgewiesen werden. Für den Nachweis über die erfolgte Bestellung der TI-Komponenten hat die KZV Berlin eine entsprechende Möglichkeit im Serviceportal geschaffen. Bei der Anmeldung mit einem persönlichen Zugang wird unter dem Menüpunkt "Bestellnachweis" die erfolgte Bestellung bestätigt. Die Einreichung von weiteren Nachweisen (Auftragsbestätigungen o. Ä.) ist nicht erforderlich.

Bis zum 30. Juni 2019 muss dann das sog. Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Praxis möglich sein. Sonst droht ab dem 1. Juli 2019 die gesetzlich vorgegebene Honorarkürzung.

Aktueller Stand

Die Gesellschafterversammlung der gematik hat Anfang Juni 2017 den Produktivbetrieb der Telematikinfrastruktur mit der ersten Anwendung „Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)“ freigegeben und damit den gesetzlichen Auftrag erfüllt.

Fest steht auch, was die Krankenkassen für die Erstausstattung der Praxen und den laufenden Betrieb bezahlen müssen. Die KZBV und der GKV- Spitzenverband haben dazu die notwendigen Vereinbarungen getroffen.

Anschließend waren die Hersteller und Dienstleister am Zug, die nötige Technik bereitzustellen. Erst ab dem Zeitpunkt der Zulassung aller technischer Komponenten kann die Ausstattung der Praxen beginnen. Die gematik hat im Oktober 2017 den ersten Anbieter von Praxisausweisen zugelassen. Der erste Konnektor, das erste Kartenterminal sowie der erste VPN-Zugangsdienst wurde am 10.11.2017 zugelassen.

Praxisausweis (SMC-B)

Ein elektronischer Praxisausweis, auch SMC-B (Security Module Card Typ B) genannt, ist eine Smartcard, die eine Zahnarztpraxis als medizinische Einrichtung gegenüber der Telematikinfrastruktur (TI) authentisiert. Für das ab dem 01.01.2019...

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Technische Voraussetzungen

Grundvoraussetzung für die Nutzung der TI ist ein Internetzugang. Ein einfacher DSL-Anschluss reicht dabei aus. Sollte das VSDM im Einzelfall aufgrund einer technischen Störung nicht möglich sein, erlischt die Pflicht zum VSDM für diesen...

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Finanzierung

Zahnärztinnen und Zahnärzte müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen im Rahmen der Regelungen der mit der KZBV getroffenen Grundsatzfinanzierungs- und...

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Anwendungen

Erste Anwendung: Versichertenstammdatenmanagament (VSDM) Der Start der Telematikinfrastruktur bringt neben der Anbindung an das Netz zunächst nur eine konkrete Anwendung – das Versichertenstammdatenmanagement. Dabei werden in der...

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Verschwiegenheitserklärung

Als Berufsgeheimnisträger müssen Sie nach der Novelle des § 203 StGB mit externen (IT-)Dienstleistern - nunmehr verpflichtend - eine Verschwiegenheitserklärung abschließen. Neu ist jetzt die Öffnung der Weitergabe von Informationen an...

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