Auslandsabkommen

Hinweise zur Abrechnung

Personen, die bei einem ausländischen Sozialversicherungsträger krankenversichert sind, haben in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf vertragszahnärztliche Versorgung zulasten einer von ihnen gewählten deutschen Krankenkasse. Für die Auswahl der Kasse ist der derzeitige Aufenthaltsort des Patienten ausschlaggebend, welcher in der Regel Berlin ist. Achten Sie bitte auf das Wohnortkennzeichen (Berlin = 00072) bzw. die korrekte Berliner Postleitzahl bei Aufnahme der Kasse in den Patientenstammdaten Ihrer Praxissoftware.
Ausführliche Hinweise zur vertragszahnärztlichen Versorgung von Patienten die im Ausland krankenversichert sind, sind hier als Download hinterlegt.
EU-/EWR-Staaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern (nur griechischer Teil)
Abkommensstaaten: Eine Person, die auf der Basis eines bilateralen Abkommens über Soziale Sicherheit anspruchsberechtigt auf Leistungen bei Krankheit bzw. Mutterschaft ist, kann ebenfalls im Bedarfsfalle während ihres Aufenthalts in Deutschland zahnärztliche Hilfe beanspruchen. Im Einzelnen bestehen Abkommen mit folgenden Staaten: Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei, Tunesien

Brexit

Mit dem 1. Februar 2020 hat das Vereinigte Königreich offiziell den Austritt der Europäischen Union (EU) vollzogen. Damit tritt ab sofort das zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU verhandelte Austrittsabkommen in Kraft. Dieses sieht eine Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 vor, in der die Verordnungen über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit weiter Anwendung finden. Für die Versorgung von Patienten, die im Vereinigten Königreich krankenversichert sind und in Deutschland behandelt werden möchten, bedeutet dies, dass sie bis zum 31. Dezember 2020 auch weiterhin über die etablierten Verfahren (Muster80/81) behandelt werden können. Für die Praxen ergeben sich somit bis zum Ablauf dieses Jahres keine Änderungen.

Da der Anspruchsnachweis (EHIC oder Provisorische Ersatzbescheinigung) nicht einbehalten werden darf, ist der vom Patienten geführte Nachweis zu dokumentieren. Hierfür werden Anspruchs- und Identitätsnachweis jeweils zweifach kopiert. Ersatzweise kann die Dokumentation des Behandlungsanspruchs durch Übertragen der Daten des Anspruchs- sowie des Identitätsnachweises in das Vordruckmuster 80 (vgl. Anlage 3) erfolgen. Durch Unterschrift und Arztstempel bescheinigt der Vertragszahnarzt auf dem Vordruckmuster 80 die Richtigkeit der Datenübernahme.

Welche Formulare müssen unverzüglich zur Kasse gesendet werden?

  • Kopie von Vorder-und Rückseite der Europäischen Krankenversichertenkarte (EHIC)/Kopie der provisorischen Ersatzbescheinigung (PEB) oder ersatzweise den ersten Ausdruck vom "Muster 80"
  • erster Ausdruck "Muster 81"
  • Kopie Identitätsnachweis

Bewahren Sie bitte die zweiten Ausfertigungen der EHIC oder PEB, der "Muster 80/81", sowie vom Identitätsnachweis für 2 Jahre in der Karteikarte auf.

Auf dem Formular "Muster 81" trägt der Patient ein, wie lange er beabsichtigt sich in Deutschland aufzuhalten und erklärt gleichzeitig, nicht zum Zwecke der Behandlung eingereist zu sein. Außerdem hat der Patient die gewählte gesetzliche deutsche Krankenkasse anzugeben.

Welche Formulare müssen unverzüglich zur Kasse gesendet werden?

  • Kopie von Vorder-und Rückseite der Europäischen Krankenversichertenkarte (EHIC)/Kopie der provisorischen Ersatzbescheinigung (PEB) oder/und ersatzweise den ersten Ausdruck vom "Muster 80"
  • erster Ausdruck "Muster 81"
  • Kopie Identitätsnachweis

Bewahren Sie bitte die zweiten Ausfertigungen der EHIC oder PEB, der "Muster 80/81", sowie vom Identitätsnachweis für 2 Jahre in der Karteikarte auf.

Für die Berechnung von Fotokopien, Versand- und Portokosten bei Personen, die nach über- oder zwischenstaatlichem Krankenversicherungsrecht Anspruch auf Leistungen aus der Krankenversicherung haben, kann die Zahnärztin/der Zahnarzt Folgendes abrechnen:

  • Gemäß § 2 Abs. 1 letzter Satz der Vereinbarung kann der Zahnarzt für Fotokopien des Anspruchs- bzw. Identitätsnachweises maximal bis zur Höhe von 0,17 EUR berechnen. Die Berechnung erfolgt über die KCH - Abrechnungsposition 602 = Porto-/Versandkosten.
  • Gemäß § 2 Abs. 3 kann der Zahnarzt für die Übermittlung der Original Muster 80 (Dokumentation) und 81 (Erklärung) an die aushelfende deutsche Krankenkasse die tatsächlichen Versand und Portokosten berechnen. Diese werden ebenfalls über die KCH-Abrechnungsposition 602 = Porto-/Versandkosten abgerechnet.

Diese Vereinbarung wurde zwischen der KZBV und dem Spitzenverband der Krankenkassen zusätzlich zum Merkblatt über die vertragszahnärztliche Versorgung von Personen, die im EU–Ausland versichert sind, geschlossen.

Bei der manuellen Aufnahme des Patienten in der Praxissoftware sind erforderlich:

  • Patientendaten
  • Kassennummer
  • im Feld "Kennzeichnung Besondere Personengruppe" die Ziffer "7"
  • Behandlungsfälle mit einer zusätzlichen Bemerkung im Feld „KZV-interne-Mitteilung“ kennzeichnen z.B. Formular 80/81

Webcode: W00298