Verordnung von Heilmitteln

Heilmittelverordnungen können im zahnärztlichen Bereich dann notwendig sein, wenn es im Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich zu Heilungs- oder Funktionsstörungen kommt, beispielsweise

  • Lymphdrainagen zur Ableitung gestauter Gewebeflüssigkeit,
  • Physiotherapie bei Bewegungsstörungen (und auch bei neurologischen Erkrankungen, die Auswirkungen auf den Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich haben),
  • manuelle Therapie bei Gelenkblockaden
  • Sprech- oder Sprachtherapie bei Lautbildungsstörungen nach operativen zahnmedizinischen Eingriffen.

Falls dies erforderlich ist, können mit zahnärztlich verordneten Heilmitteln nicht nur der Mund- und Kieferbereich selbst, sondern auch die anatomisch direkt angrenzenden oder funktionell unmittelbar mit der Kau- und Kiefermuskulatur in Zusammenhang stehenden Strukturen (Craniomandibuläres System) mitbehandelt werden.

Der Heilmittelkatalog umfasst:

  • die Indikationen, bei denen Heilmittel verordnungsfähig sind,
  • die Art der verordnungsfähigen Heilmittel bei diesen Indikationen,
  • die Menge der verordnungsfähigen Heilmittel und Besonderheiten bei Wiederholungsverordnungen (Folgeverordnungen).

Hinsichtlich der Details verweisen wir auf die Heilmittelverordnung.

Ausdruck über das eigene Praxisverwaltungssystem:

  • Das Formular wird mittels PVS erstellt: Aufbau, Struktur und Inhalt sowie die vorgegebenen Zeilenabstände sind identisch mit dem original Papierformular.
  • Der Ausdruck erfolgt im Format DIN A4 hoch.
  • Der Druck kann in schwarz-weiß erfolgen.
  • Auf die Verwendung von Sicherheitspapier wird bis zu einer Vereinbarung über die Blankoformularbedruckung verzichtet.

Die Hersteller der Praxissoftware wurden über die neuen Vordrucke informiert.

Zahnärztliche Heilmittelverordnung in Papierform :

  • Das Versichertendatenfeld links oben kann nach Einlesung der eGK ausgedruckt werden.
  • Alle weiteren Felder werden dann per Hand ausgefüllt und mit dem Abrechnungsstempel sowie Unterschrift des Zahnarztes/ der Zahnärztin versehen.

Alle Praxen die das Formular per Hand ausfüllen möchten, haben die Möglichkeit sich das Formular Z13 beim Paul-Albrechts-Verlag anzufordern.

Paul-Albrechts-Verlag
Hamburger Straße 6
22952 Lütjensee
Telefon 04154-799-166
Telefax 04154–799-173
E-Mail: info@pav.de

Bitte beachten Sie die Vereinbarung über den Vordruck nebst Ausfüllhinweise.

Das Feld für die Leistungserbringer (rechts oben auf dem Formular, siehe Punkt Nr. 15 der Ausfüllhinweise) sowie die Felder des ICD-10-Code (links unten des Formulars, siehe Punkt Nr. 13 der Ausfüllhinweise) sind nicht vom Vertragszahnarzt auszufüllen. Die Diagnose ist als Freitext anzugeben.

Gemeint ist die Durchführung der Behandlung mit der doppelten Therapiezeit in einem Termin, ohne dass sich die festgelegte Verordnungsmenge dadurch erhöht (d. h. es werden zwei Sitzungen in einem Termin durchgeführt). Die Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte enthält hierzu keine ausdrückliche Regelung. Vor diesem Hintergrund haben sich KZBV und GKV-Spitzenverband auf folgende Sprachregelung geeinigt:
Grundsätzlich sollen Heilmittel je Behandlungstag maximal nur einmal verordnet bzw. abgegeben werden. Der Zahnarzt kann eine Doppelbehandlung nur in seltenen zahnmedizinisch begründeten Ausnahmefällen verordnen. Aus Sicht von KZBV und GKV-Spitzenverband können sich derartige Fallgestaltungen im zahnärztlichen Bereich hauptsächlich bei Vorliegen der Diagnosegruppen CD2, ZNSZ und SCZ ergeben. Die vom Zahnarzt im Feld „Verordnungsmenge“ angegebene Anzahl gilt als Höchstmenge. Soweit der Zahnarzt die Abgabe in Form einer Doppelbehandlung wünscht, kann er dies im Feld "Diagnose mit Leitsymptomatik, ggf. wesentliche Befunde, ggf. Spezifizierung der Therapieziele“ mittels Freitextangabe deutlich machen (z. B. KG als Doppelbehandlung). Sind im Feld „Verordnungsmenge“ zehn Einheiten angegeben, können fünf Doppelbehandlungen durchgeführt werden. Durch die Verordnung von Doppelbehandlungen erhöht sich die im Katalog genannte diagnosebezogene „Verordnungsmenge im Regelfall“ nicht.

Folgende Krankenkassen haben uns aktuell informiert, dass sie auf die Durchführung des Genehmigungsverfahrens bei Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls gemäß § 7 Abs. 4 Satz 3 HeilM-RL ZÄ verzichten:

  • actimonda krankenkasse
  • AOK Nordost
  • BIG direkt gesund
  • BKK VerbundPlus
  • BKK Pfalz
  • IKK Brandenburg und Berlin
  • Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK)
  • Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) inkl. TK
  • DIE BERGISCHE KRANKENKASSE 
  • VIACTIV Krankenkasse 

Im § 7 Abs. 4 der RL lautet es wie folgt:
 „(…) Verzichtet die Krankenkasse auf ein Genehmigungsverfahren, hat dies die gleiche Rechtswirkung wie eine erteilte Genehmigung. Sie informiert hierüber die Kassenzahnärztliche Vereinigung.“

Die o. g. Krankenkassen bitten die Vertragszahnärzte nach der Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte zu verordnen und die Notwendigkeit zu beurteilen.

Wir gehen davon aus, dass sich weitere Krankenkassen dem Genehmigungsverzicht gem. § 7 Abs. 4 Satz 3 HeilM-RL ZÄ anschließen. Über Änderungen werden wir umgehend informieren.

Der „langfristige Heilmittelbedarf“ gem. § 8 Abs. 4 Satz 3 HeilM-RL ZÄ muss weiterhin genehmigt werden.

Die Diagnostik craniomandibulärer Dysfunktionen (CMD) erfolgt stufenweise in
einer Diagnostik-Kaskade. Am Anfang steht dabei die Basisdiagnostik,
ob Symptome und/oder Beschwerden überhaupt absehbar auf eine CMD zurückzuführen sind (CMD-Screening). Hierfür wurde der CMD-Kurzbefund nach Ahlers/Jakstat eingeführt.
Um die Dokumentation zu vereinfachen, kann diese bei papiergebundener Kartei auf einem Aufkleber „CMD-Kurzbefund“ erfolgen. Für Praxen mit digitaler Karteiführung steht die neue Software dentaConcept CMDcheck 4 zur Verfügung.

Hinweis: Wir bitten um Beachtung, dass dies lediglich eine Teildarstellung ist. Informationen zur ausführlichen Dokumentation sind in der zahnärztlichen Heilmittelverordnung , im "Ersten Teil - Richtlinientext" unter "D. Zahnärztliche Diagnostik, § 16" aufgeführt.

KZBV und GKV-Spitzenverband haben sich auf eine Heilmittelverordnung geeinigt, die eine wesentlich umfangreichere Diagnostik als bisher voraussetzt. Eine Bema-Position wurde allerdings nicht aufgenommen. Insofern ist der Kurzbefund nach Ahlers/Jakstat als ein Angebot zu verstehen. Alle über die KZV-Schienentherapie hinausgehende Therapiemaßnahmen sind weiterhin als GOZ-Leistungen berechenbar.

Webcode: W00301