Parodontaler Screening Index (PSI)

Der PSI bietet einen orientierenden Überblick über das Vorliegen und/oder die Schwere einer parodontalen Erkrankung und den Behandlungsbedarf. Er ist auch geeignet, Erkrankungsrezidive aufzudecken. Die Messung des PSI erfolgt bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr an den Parodontien der Indexzähne 11, 16, 26, 31, 36, 46 bzw. bei deren Fehlen ersatzweise an den daneben stehenden Zähnen. Bei Erwachsenen erfolgt die Messung an allen vorhandenen Zähnen mit Ausnahme der Weisheitszähne.
Die Befundung wird mittels einer Mess-Sonde mit halbkugelförmiger Spitze und Markierung (schwarzes Band zwischen 3,5 und 5,5 mm) durchgeführt. Zur Erhebung ist das Gebiss in Sextanten eingeteilt. Aufgezeichnet wird der höchste Wert pro Sextant:

  • Code 0 = Entzündungsfrei, kein Zahnstein oder überstehende Füllungs- oder Kronenränder
  • Code 1 = Blutung nach vorsichtigem Sondieren
  • Code 2 = Blutung nach vorsichtigem Sondieren, supra- oder subgingivale Plaque und Zahnstein und/oder überstehende Füllungs- oder Kronenränder
  • Code 3 = Sondiertiefe 3,5 bis 5,5 mm (schwarzes Band teilweise sichtbar)
  • Code 4 = Sondiertiefe 6 mm oder mehr (schwarzes Band nicht mehr sichtbar).

Falls beim Sondieren von Taschen, sich purulentes Exsudat entleert, ist dies der Blutung gleichzustellen. Wird an einem Parodontium ein Wert von Code 4 gemessen, wird für den Sextanten die Messung beendet und für den Sextanten ein Wert von Code 4 eingetragen.
Ist ein Sextant zahnlos, wird ein x eingetragen. Wird eine Furkationsbeteiligung festgestellt, wird der Sextant mit einem * versehen und eine Einordnung in dem nächst höheren als den per Messung festgestellten Code vorgenommen.

Erhebung des PSI-Codes bei Kindern und Jugendlichen

Der PSI ist auch bei Kindern und Jugendlichen – allerdings in eingeschränkter Form – anwendbar. Damit gibt es eine Grundlage für die Frühdiagnostik der marginalen Parodontitis; bereits im Kindesalter kann es zum Auftreten einer Parodontalerkrankung kommen. Da diese frühe Form der Parodontitis an den Sechs-Jahr-Molaren und an den Schneidezähnen beginnt, wird die Messung bei Kindern an den bleibenden Zähnen 11, 31 und an den Sechs-Jahr-Molaren vorgenommen. Im reinen Milchgebiss kann der PSI keine Anwendung finden. Die Erhebung des PSI ist besonders bei entsprechender Vorerkrankung oder bei Auftreten einer aggressiven Parodontitis bei nahen Familienangehörigen (Eltern, Geschwistern) wichtig. Eine Leistung nach BEMA-Nr. 04 kann einmal in zwei Jahren abgerechnet werden. Eine erneute Erhebung des PSI ist nach Ablauf von sieben „Leerquartalen“ wieder möglich.

Abrechnung der Erhebung des PSI-Codes

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hat aufgrund von zahlreichen Anfragen bzgl. der Auslegung der Gebührenposition Geb.-Nr. 04, wonach die Abrechnung der Erhebung des PSI-Codes einmal in zwei Jahren möglich ist, folgende Information zugesandt. Die KZBV hat sich mit dem Spitzenverband der Krankenkassen in der Sitzung vom 25.11.2009 auf folgende Vorgehensweise bei der Abrechnung geeinigt: „Nach Abrechnung des PSI-Codes im laufenden Quartal ist eine Abrechenbarkeit in den folgenden 7 Quartalen nicht gegeben." Eine erneute Erhebung des PSI-Codes ist daher nach Ablauf von sieben „Leerquartalen", in welchen die Abrechnung ausgeschlossen ist, wieder möglich. Auf eine taggenaue Berechnung der Frist im darauf folgenden Quartal kommt es nicht mehr an.

Beispiel: Die Erhebung des PSI wird am 22.01.2018 durchgeführt und abgerechnet. Die nächste Erhebung des PSI ist dann wieder abrechnungsfähig ab 01.01.2020.

Webcode: W00233

Auf einen Blick