Früherkennungsuntersuchung für die Kleinsten bis 30.06.2019

Die frühkindliche Karies (Early Childhood Caries, ECC) ist ein gravierendes und bisher ungelöstes Problem. Annähernd die Hälfte aller kariösen Defekte, die bei der Einschulung festgestellt werden, ist bereits in den ersten drei Lebensjahren entstanden.

Im Zeitraum vom 30. bis 72. Lebensmonat erfolgen drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Der Abstand zwischen den Früherkennungsuntersuchungen beträgt mindestens zwölf Monate.

Die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen enthalten folgende Leistungen:

  • eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten einschließlich Beratung (Inspektion der Mundhöhle)
  • Einschätzung des Kariesrisikos anhand des dmft -Indexes
  • Ernährung und Mundhygieneberatung der Erziehungsberechtigten mit dem Ziel der Keimzahlsenkung durch verringerten Konsum zuckerhaltiger Speisen und Getränke und verbesserte Mundhygiene
  • Empfehlung und ggf. Verordnung geeigneter Fluoridierungsmittel zur Schmelzhärtung (Fluoridtabletten, fluoridiertes Salz, fluoridierte Zahnpasta und dergleichen)

Neben den Früherkennungsuntersuchungen kann eine Leistung nach Geb.-Nr.01 in demselben Kalenderhalbjahr nicht abgerechnet werden. Im folgenden Kalenderhalbjahr kann die Leistung nach Geb.-Nr.01 frühestens vier Monate nach Erbringung der Früherkennungsuntersuchung abgerechnet werden.
Eine Leistung nach Geb.-Nr. IP 4 (lokale Fluoridierung der Zähne) kann bei Kindern mit hohem Kariesrisiko vom 30. Lebensmonat an bis zum vollendeten 6. Lebensjahr zweimal je Kalenderhalbjahr abgerechnet werden (Voraussetzung hierbei ist der dmft/DMF-T/DMF-S-Index).
Im Zusammenhang mit den Früherkennungsuntersuchungen und einer Leistung nach Geb.-Nr. IP 4 kann eine Leistung nach Geb.-Nr. Ä 1 nicht abgerechnet werden. Die Abrechnung der Früherkennungsuntersuchungen setzt die Einzeluntersuchung bzw. -unterweisung voraus.

Auszug aus den Richtlinien zur Zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung

Ab dem 30. Lebensmonat ist bei Kindern mit hohem Kariesrisiko ergänzend zu den oben genannten Maßnahmen die Anwendung von Fluoridlack zur Kariesvorbeugung angezeigt. Ein hohes Kariesrisiko wird durch die folgenden Werte für kariöse, wegen Karies entfernte und gefüllte Zähne angezeigt:

  • Alter bis 3 Jahre dmf-t > 0
  • Alter bis 4 Jahre dmf-t > 2
  • Alter bis 5 Jahre dmf-t > 4
  • Alter bis 6 Jahre dmf-t > 5

Für diese Kinder sollen die lokalen Fluoridanwendungen in regelmäßigen Abständen zweimal je Kalenderhalbjahr vorgenommen werden. Diese Maßnahmen sind auf die Fluoridierungsanwendungen in der Gruppenprophylaxe abzustimmen.

Lokale Fluoridierung der Zähne, Geb.-Nr. IP 4 (12 Punkte)

Die lokale Fluoridierung zur Zahnschmelzhärtung mit Lack, Gel o. Ä. einschließlich der gründlichen Beseitigung von Zahnbelägen und der Trockenlegung der Zähne.

  1. Das Entfernen harter Zahnbeläge ist nach Geb.-Nr. 107 abzurechnen.
  2. Eine Leistung nach Geb.-Nr. IP 4 kann bei vorzeitigem Durchbruch der 6-Jahresmolaren auch bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres abgerechnet werden.
  3. Eine Leistung nach Geb.-Nr. IP 4 kann je Kalenderhalbjahr einmal (in regelmäßigen Abständen von ca. 6 Monaten), bei Patienten mit hohem Kariesrisiko ca. alle drei Monate abgerechnet werden.
  4. Bei Versicherten mit hohem Kariesrisiko kann ab dem 30. Lebensmonat bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres die Geb.-Nr. IP 4 je Kalenderhalbjahr zweimal abgerechnet werden (Voraussetzung hierbei ist der dmft/DMF-T/DMF-S-Index).

Grundvoraussetzung für die Berechnung der FU1 ist, dass der Patient bei der AOK Nordost (Familien-)versichert ist und zwar gleichgültig, ob in Berlin, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Die AOK Nordost wird die Eltern über den Inhalt und die Ziele dieses Vorsorgeprogramms in Form eines Begrüßungsschreibens und der Beilage einer Bonuskarte zum Ende des 1. Lebensjahres des Kindes informieren. Jedes Kind erhält eine Bonuskarte, die die Eltern an die halbjährlichen Vorsorgeuntersuchungen erinnert. Diese Bonuskarte stempeln Sie bitte bei der Vorsorgeuntersuchung ab.

Hinweise zur Berechnung der FU1:

Die FU1 kann ab dem 18. Lebensmonat und danach mit dem 24., 36. und 48. (± 3 Monate) abgerechnet werden. Somit kann für Kinder frühestens ab dem 15. Lebensmonat (18 ± 3 Monate) der erste Kontrolltermin stattfinden. Die Vergütung der FU1 erfolgt in Form einer Pauschale von 20,20 Euro (bis zum 30.06.2015). Seit dem 01.07.2015 beträgt die Pauschale 25 Euro. Diese fließt nicht in die Gesamtvergütung ein, ist also unbudgetiert.

Zeitschiene FU1 und FU:

  • ab 18. Lebensmonat – FU1
  • ab 24. Lebensmonat – FU1
  • ab 30. Lebensmonat – FU
  • ab 36. Lebensmonat – FU1
  • ab 42. Lebensmonat – FU
  • ab 48. Lebensmonat – FU1
  • ab 54. Lebensmonat – FU

Für die Abrechnung der FU1 gelten analog die Abrechnungsbestimmungen des BEMA-Z. Das bedeutet, dass neben der FU1 eine Leistung nach Nummer IP4 (lokale Fluoridierung der Zähne) abgerechnet werden kann, wenn ein erhöhtes Kariesrisiko (dmf-t > 0 = mindestens ein Milchzahn ist kariös, gefüllt oder fehlt) vorliegt. Die Vergütungen für die IP4 ergibt sich aus der Bewertungspunktzahl in Höhe von 12 Punkten, die mit dem vereinbarten Punktwert für die FU/IP-Leistungen multipliziert wird. Die Anspruchsberechtigung auf die FU1 Untersuchungen besteht nur, wenn zusätzlich die Früherkennungsuntersuchungen (FU) ab dem 30. Lebensmonat jährlich durchgeführt werden.

Die FU1 Untersuchungen enthalten folgende Leistungen:

  • Eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten einschließlich Beratung (Inspektion der Mundhöhle),
  • Einschätzung des Kariesrisikos anhand des dmft-Indexes (soweit im ganz frühen Alter möglich),
  • Ernährungs- und Mundhygieneberatung der Erziehungsberechtigten mit dem Ziel der Keimzahlsenkung durch verringerten Konsum zuckerhaltiger Speisen und Getränke und verbesserte Mundhygiene,
  • Empfehlung und ggf. Verordnung geeigneter Fluoridierungsmittel zur Schmelzhärtung (Fluorid-Tabletten, fluoridiertes Salz, fluoridierte Zahnpasta und dergl.).

Erfassung der FU1 (670) und IP4 (680):

Die KZBV stellt uns für die FU1 die Pseudonummer 670 und für die IP4 die Pseudonummer 680 zur Verfügung. Die Erfassung der IP4 unter der Pseudonummer 680 erfolgt nur bis zum 30. Lebensmonat. Ab dem 30. Lebensmonat erfassen Sie wie bisher die IP4. Die KZBV hat bereits alle Softwarehersteller informiert, dass die Pseudonummern im BEMA-Abrechnungsmodul freigeschaltet werden.

Eltern, die bei den IKK WOP Kassen inklusive BIG direkt gesund und IKK Brandenburg und Berlin versichert sind, können mit ihren Kindern deutlich früher Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt in Anspruch nehmen. Möglich wird dies durch eine Vereinbarung zwischen der KZV Berlin und der BIG direkt gesund, die als IKK-Landesverband Berlin handelt. Danach können Eltern von Babys und Kleinkindern im Alter zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat zwei Früherkennungsuntersuchungen nutzen.
Bei diesen frühzeitigen Untersuchungen, ob Zahn-, Mund- oder Kieferkrankheiten vorliegen, wird das Kariesrisiko der Kinder eingeschätzt und werden Empfehlungen zur Mundpflege und zum richtigen Ess- und Trinkverhalten gegeben. Zusätzlich kann bei Kindern mit initialen Kariesläsionen zweimal je Kalenderhalbjahr (dmft/DMF-T/DMF-S-Index) eine lokale therapeutische Fluoridierung (IP4) der betroffenen Milchzähne durchgeführt werden.
Damit wird eine Versorgungslücke geschlossen, denn im SGB V sind die individuellen zahnärztlichen Präventionsleistungen bei Kindern erst ab dem Alter von 2 ½ Jahren vorgesehen. Der Vertrag soll helfen, Vorsorgeleistungen bei Eltern und Kinderärzten noch mehr als bisher ins Bewusstsein zu rücken.
Die Vergütungen für die Leistungen ergeben sich aus der Bewertungspunktzahl in Höhe von jeweils 25 Punkten für die FU und 12 Punkten für die lokale therapeutische Fluoridierung multipliziert mit dem vereinbarten Punktwert für die FU/IP-Leistungen.
Die Zahnärzte dokumentieren die zwei Untersuchungen mittels Datum und Unterschrift auf einem von der IKK für ihre Versicherten gefertigten Dokument und geben dieses nach durchgeführter Leistung an den Versicherten, damit dieser ihn dann zu seinen Unterlagen im Zusammenhang mit den ärztlichen U-Untersuchungen nehmen kann.

Besonderheit bei der IKK Brandenburg und Berlin

Im Rahmen des Programms IKK-Kids zahlt die IKK Brandenburg und Berlin für das Ausfüllen und Weiterleiten eines speziellen Dokumentationsbogens an den Kinder - bzw. Jugendarzt einen Betrag in Höhe von 25 Euro. Die beiden Dokumente stehen Ihnen auf dieser Seite unter Downloads zur Verfügung. Diese Leistungen unterliegen nicht der Ausgabenbegrenzung und werden außerhalb des durch den Vergütungsvertrag bestimmten Ausgabenvolumens gezahlt.

Bei der Abrechnung beachten

Die Leistungen werden – getrennt nach den Leistungen der Früherkennung und der lokalen therapeutischen Fluoridierung sowie das Ausfüllen und Weiterleiten des Dokumentationsbogens (nur bei IKK Brandenburg und Berlin) - über die KZV Berlin abgerechnet. Die Leistungen werden mittels Pseudonummern 670 für die Früherkennungsuntersuchung (FU) und 680 für die lokale therapeutische Fluoridierung (TF) im Rahmen des DTA abgerechnet. Für das Ausfüllen und Weiterleiten des Dokumentationsbogens an den Kinder - bzw. Jugendarzt (nur bei der IKK Brandenburg und Berlin) verwenden Sie bitte die Pseudonummern 673.

Dokumentationsbogen zur Weiterleitung an Kinder- und Jugendarzt

Informationen für die Eltern

IKK WOP - FU Formular für das U-Untersuchungsheft

Webcode: W00445