Kieferorthopädie

Die Kieferorthopädie ist ein Teilgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit Gebiss- und Kieferregulierung, d. h. mit der Beseitigung von Zahnstellungsanomalien und Bisslagefehlern befasst.

Abrechnung von IP-Leistungen in der KFO

IP-Leistungen dürfen auch von Fachzahnärzten für Kieferorthopädie erbracht und abgerechnet werden. Die Dokumentation des Mundhygienestatus zur IP1 ist dabei Grundlage der Prophylaxebehandlung. Einmal gewählte Indizes sind im gesamten IP-Programm beizubehalten. Zu beachten ist allerdings, dass die Doppelabrechnung der IP-Leistungen durch den Kieferorthopäden zu vermeiden ist. Ein IP-Programm ist nicht zulässig, wenn ein solches bereits in einer anderen Praxis begonnen, fortlaufend durchgeführt und abgerechnet wird. Um Berichtigungsanträge gegenüber Krankenkassen zurückweisen zu können, ist von dem Erziehungsberechtigten unser entwickeltes IP-Abfrageblatt zur Dokumentation in der Praxis und zur Vorlage beim Hauszahnarzt vollständig auszufüllen. Bitte nehmen Sie keine Änderungen an dem KZV-IP-Abfrageformular vor!

Beachten Sie bitte, dass die Befragung des Erziehungsberechtigten vor Beginn der KFO-Behandlung in Ihrer Praxis erfolgen muss. Sollte es zu einer Verlängerung der kieferorthopädischen Behandlung kommen, muss auch vor dieser das IP-Abfrageblatt von dem Erziehungsberechtigten erneut ausgefüllt werden. In beiden Fällen erhält der Erziehungsberechtigte ein Duplikat für den Hauszahnarzt.

Bitte beachten Sie unser Sonderrundschreiben.
Um Berichtigungsanträge zurückweisen zu können, ist es unvermeidbar, das IP-Abfrageblatt von Ihren Patienten bzw. des Erziehungsberechtigten ausfüllen zu lassen. Sie finden diese unter Formulare im Bereich Abrechnung.
Weitere Informationen zur IP finden Sie auf unserer Homepage unter FU-/ IP-Leistungen. Bitte beachten Sie auch die Regelungen zum Bonusheft.

Mehr- und außervertragliche Leistungen

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK), die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) sowie die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (DGZMK) haben sich über ein neues Informationsblatt für Patienten verständigt. Dieses informiert ausführlich über die wechselseitigen Rechte und Pflichten von Behandler und Patient sowie über die gesetzlichen Vorschriften für eine rechtskonforme Behandlung. Darüber stellt die KZBV ein neu entwickeltes Musterformular als Vertragsgrundlage für zusätzliche oder alternative Leistungen, die vom Patienten gewünscht werden, zur Verfügung.

Die Pressemitteilungen, Musterformulare sowie die KFO-Vereinbarung inkl. Anlagen finden hier.      
Die Vereinbarung zur kieferorthopädischen Behandlung bei Kassenpatienten finden Sie hier.

Digitale Abformung

Die „Digitale Abformung“ in der Kieferorthopädie ist nicht über die GKV abrechenbar. Die intraorale optisch-elektronische Datenerfassung (Scan) erfüllt nicht den Leistungsinhalt der Geb.-Nr. 7a BEMA-Z. Diese stellt eine vorbereitende Maßnahme zur Erstellung von Modellen dar, die dem Leistungsinhalt der L-Nr. 0010 BEL II-2014 entsprechen: Modell aus (fließfähigem) Hartgips oder Superhartgips.
Die Geb.-Nr. 117 BEMA-Z ist an ein Modell nach Geb.-Nr. 7a BEMA-Z gebunden und somit bei digitaler Abformung ebenfalls keine vertragliche Leistung.

Strahlenbelastung im zahnärztlichen Röntgen – die Digitale Volumentomographie in der KFO

In der aktuellen Leitlinie der DGZMK zur DVT wird empfohlen, bei Kindern und Jugendlichen die rechtfertigende Indikation besonders streng zu stellen, da sie ein um den Faktor 3 erhöhtes Strahlenrisiko gegenüber Erwachsenen aufweisen. Zusammenfassend wird ausgeführt: „Für die kieferorthopädische Routinediagnostik bei Kindern und Jugendlichen besteht auf Grund der im Vergleich zu den zweidimensionalen Röntgenaufnahmen deutlich erhöhten Strahlendosis sowie des bisher nicht nachgewiesenen Nutzens für den Patienten derzeit keine Indikation [European Commission, 2012]“ Daher sind und bleiben die etablierten 2-D-Aufnahmen (OPG und FRS) als BEMA-Leistung der Standard in der  Kieferorthopädie, sie sind leitliniengerecht.

Zu den Ausnahmeindikationen wird ausgeführt:

„In Fällen atypischer Befunde wie überzähliger Zahnanlagen und Mesiodentes, verlagerter bzw. impaktierter Zähne, Hyper- und Dysplasien von Zahnanlagen sollte in speziellen Fällen eine DVT-Aufnahme angefertigt werden, wenn entweder zur weiteren Behandlung die Kenntnis über die exakte topographische Beziehung notwendig ist und/oder eine operative Intervention notwendig erscheint.“

Darüber hinaus werden DVTs im Zusammenhang mit skelettalen Fehlbildungen oder der knöchernen Traumatologie angefertigt. Wie sich aus den genannten Indikationen ergibt, wird die Indikation zur DVT in aller Regel nicht vom Kieferorthopäden, sondern durch den Zahnarzt gestellt, der auch den Eingriff vornehmen könnte. Denkbar ist aber, dass die für eine kieferorthopädische Planung erforderlichen Bilder (OPG und FRS) aus einer aus anderen Gründen erstellten DVT „herausgerechnet“ werden, um eine weitere Strahlenbelastung zu vermeiden. Eine DVT ist nicht im Leistungskatalog der GKV verzeichnet, es handelt sich um eine reine GOZ-Leistung. Daher besteht kein Anspruch auf eine „analoge“ BEMA-Vergütung einzelner (herausgerechneter) Teilleistungen wie OPG oder FRS.

Beim Wechsel von der privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) während einer kieferorthopädischen Behandlung, ist die KIG-Einstufung zu diesem Zeitpunkt maßgebend. Aufgrund dieser Einstufung entscheidet sich, ob eine Leistungspflicht der GKV vorliegt oder die Behandlung privat zu Ende zu führen ist. Im Falle einer Leistungspflicht der GKV, ist ein KFO-Behandlungsplan über 16 Behandlungsquartale aufzustellen und bei der GKV zur Genehmigung einzureichen. Eine Verkürzung der Behandlungszeit aufgrund der privaten Vorbehandlung ist nicht möglich.
Eine abschließende Entscheidung über die Ansprüche des Versicherten aus seinem Versichertenverhältnis, über eine Fortführung der privat begonnenen KFO-Behandlung, wenn am Anfang dieser Behandlung auch die GKV-Richtlinien erfüllt waren, kann allerdings nur im Einzelfall von der jeweiligen Krankenkasse, ggf. durch einen Verlängerungsantrag, getroffen werden.

Was ist bei einer Planung von einer kieferorthopädisch/kieferchirurgischen Behandlung nach KFO-Richtlinie B4 zu beachten?

In diesen Fällen ist ein aufeinander abgestimmtes kieferchirurgisches und kieferorthopädisches Behandlungskonzept zu erstellen. Auch das chirurgische Konzept muss individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

Webcode: W00226

Auf einen Blick

KFO-Hotline

Tel.: 030 89004-403
Fax: 030 89004-46403
kfo(at)kzv-berlin.de

Zahnärzte

Referent des Vorstandes
Hans-Ulrich Schrinner
Freitag 10–12 Uhr
Telefon 030-89004-261
hans-ulrich.schrinner(at)kzv-berlin.de

Einreichungstermin

Hotline
Dienstag, 31.03.2020
bis 18 Uhr

Letzter Einreichungstermin für die Quartalsabrechnung:
KCH | KFO I. Quartal 2020
Montag, 06.04.2020

Einreichungstermine 2020

Onlineabrechnung

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