Außervertragliche Leistungen

Gesichtsbogen

Der GKV-Spitzenverband, VDZI und die KZBV haben eine gemeinsame Erklärung zur Abrechnung bei Verwendung des Gesichtsbogens im Bereich Zahnersatz und Aufbissbehelfe geschlossen. Die Verwendung eines Gesichtsbogens ist eine außervertragliche Leistung. Das zahnärztliche Honorar ist dem Patienten grundsätzlich separat nach der GOZ in Rechnung zu stellen. Aufgrund der gemeinsamen Erklärung wird bei der Abrechnung der Laborleistungen eines Gesichtsbogens bei Zahnersatzversorgung bzw. bei der Versorgung mit Aufbissbehelfen differenziert.

Berechnung bei Aufbissbehelfen

Damit der Patient bei der Versorgung mit Aufbissbehelfen seinen Sachleistungsanspruch nicht verliert, sind hier die Laborleistungen des Gesichtsbogens gesondert abzurechnen. Dabei ist eine zusätzliche Berechnung der BEL II L-Nr. 012 0 (Mittelwertartikulator) auf der BEL II Rechnung nicht möglich, so dass in diesen Fällen bei der Abrechnung des Aufbissbehelfs über die KZV ein Hinweis auf die Verwendung eines Gesichtsbogens erfolgen muss.

Abrechnung der Geb.-Nrn. K1-K9 neben privatzahnärztlicher Abrechnung

Gemäß § 28 Abs. 2 Satz 8 SGB V gehören funktionsanalytische und funktionstherapeutische Maßnahmen (FAL / FTL) nicht zur vertragszahnärztlichen Behandlung. Nach bisheriger Auffassung waren alle Aufbissbehelfe, die mit FAL kombiniert sind oder denen weitere Maßnahmen aufgrund vorhergehender FAL Leistungen folgen, grundsätzlich vom Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung ausgegrenzt.
Aufgrund des zahnmedizinischen Fortschritts ist wissenschaftlich mittlerweile belegt, dass bei der Behandlung mit Aufbissbehelfen oftmals komplexe funktionsanalytische und funktionstherapeutische Aspekte zu berücksichtigen sind. Die diagnostische Aussagekraft und/oder die therapeutische Wirkung von Aufbissbehelfen kann durch zusätzliche Befunderhebungen, Registrierungen und Maßnahmen gesteigert werden.
Die Qualität der Auswertung klinischer Funktionsbefunde hat in den vergangenen 20 Jahren ganz erheblich zugenommen. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse kann es zahnmedizinisch sinnvoll sein, eine vertragszahnärztliche Versorgung mit Aufbissbehelfen als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung mit einer privatzahnärztlichen FAL/ FTL Behandlung zu kombinieren. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass grundsätzlich keine Möglichkeit besteht, die richtliniekonforme Versorgung mit Aufbissbehelfen von der Vereinbarung und Erbringung der nicht vertragszahnärztlichen FAL/ FTL Leistungen abhängig zu machen. Ist eine richtliniekonforme Versorgung mit Aufbissbehelfen ohne die Anwendung von FAL/ FTL Leistungen möglich, müssen die Patienten entsprechend versorgt werden, auch wenn dieser die ergänzend angebotenen FAL/ FTL Leistungen ablehnt. Es dürfen den Krankenkassen nur die Kosten im Rahmen einer GKV-Behandlung (BEMA-Teil 2 - KB) in Rechnung gestellt werden.

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Auf einen Blick