Häufige Fragen im PAR-Bereich

Die früher vertraglich festgelegte Wartefrist zwischen Vorbehandlung und Befunderhebung von zwei bis drei Wochen ist nicht mehr festgeschrieben. Dennoch haben die Kriterien der Vorbehandlung wie z.B. Zahnsteinentfernung, Ausschaltung von Reizfaktoren, die Anleitung zur richtigen Mundhygiene und die Mitarbeit des Patienten nach wie vor große Bedeutung.

Wenn die Verzögerung auf einem Verschulden des Patienten beruht, ist zu beachten, dass nach den PAR-Richtlinie die Mitarbeit des Patienten (dazu gehört auch die Einhaltung der Behandlungstermine) sichergestellt werden muss. Bei nicht gegebener Mitwirkung ist die Behandlung einzuschränken und ggf. zu beenden. Davon ist die Kasse in Kenntnis zu setzen (PAR-Richtlinie 4).
Anders verhält es sich, wenn die Verzögerung auf ungeplanten Ereignissen, wie Arbeitsaufenthalte im Ausland, längerer Krankheit usw. beruht. Sofern in dieser Zeit keine Befundänderungen erfolgen, sind keine neuen Röntgenaufnahmen erforderlich und der Plan braucht auch nicht erneut der Krankenkasse vorgelegt werden. In jedem Fall empfiehlt sich aber eine Kontrolle des Befundes und der Mundhygiene vor dem eigentlichen Beginn der systematischen PAR. Regelmäßige Voraussetzung für die durchführende PAR-Therapie ist das Fehlen von Zahnstein und sonstiger Reizfaktoren sowie die Anleitung des Patienten zur richtigen Mundhygiene (PAR-Richtlinie 1).

Die Extraktion von Zähnen, die einen parodontalen Reiz- bzw. Störfaktor für das gesamte Gebiss oder Nachbarparodontien darstellen, ist vor einer systematischen PAR-Behandlung durchzuführen. Zähne, die keine störenden Auswirkungen auf das gesamte Gebiss oder Nachbarparodontien haben, können auch noch während der PAR-Behandlung entfernt werden. Es wird allerdings empfohlen, Extraktionen oder andere konservierend-chirurgische Maßnahmen grundsätzlich bereits im Rahmen der Vorbehandlungen - also vor der Antragsstellung durchzuführen.

Die regelmäßige Untersuchung des Patienten nach Abschluss einer systematischen PAR-Behandlung ist wegen der Gefahr einer bakteriellen Wiederbesiedelung der Taschen erforderlich. Nach der Behandlungsrichtlinie sollte die erste Untersuchung bei geschlossenem Vorgehen nach 6 Monaten und nach offenem Vorgehen spätestens nach 3 Monaten erfolgen. Wenn es der/die Zahnarzt/-in für medizinisch sinnvoll hält, kann er/sie eine erste Untersuchung selbstverständlich auch schon vor Ablauf der Sechs- bzw. Dreimonatsfrist durchführen.

Die Wartezeit zwischen Abschluss der PAR-Behandlung und dem Beginn des festsitzenden Zahnersatzes ist vertraglich nicht geregelt. Die ZE-Richtlinie schreiben allerdings vor, dass zum Zeitpunkt einer Zahnersatzbehandlung notwendige PAR-Behandlungen bereits vorgenommen sein müssen. Aus zahnmedizienischer Sicht ist es selbstverständlich, dass nach einer PAR-Behandlung zunächst eine Abheilung des Gewebes indiziert ist, bevor mit einer festsitzenden Zahnersatzversorgung (z. B. Kronen/Teleskope, Brücken) begonnen werden kann. In der Regel ist je nach individuellem Heilungsverlauf von einer Wartezeit von ca. sechs bis acht Wochen nach Abschluss der PAR-Behandlung auszugehen. Bei einer offenen PAR-Behandlung (Geb.-Nrn. P202/P203) sollte die Wartezeit nicht unter drei Monaten liegen. Provisorische Versorgung oder einfache herausnehmbare Teilprothesen können je nach Indikation auch schon vor oder kurz nach Abschluss der PAR-Behandlung eingegliedert werden.

Die Einnahme des Antibiotikums sollte in der Regel direkt nach Abschluss des supra- und subgingivalen Debridements erfolgen. Die Verordnung von systemischen Antibiotika als Kassenleistung bei der Parodontologie ist allerdings nur bei besonders schweren Formen der Parodontitis, die mit einem raschen Attachmentverlust einhergehen, möglich. Das Antibiotikum kann in diesen Fällen auf den Namen des Patienten über ein Kassenrezeptformular verordnet werden.

Bei einem retinierten Weisheitszahn, der keinen Störfaktor für den zuvor stehenden Zahn darstellt, kann nach Entscheidung des/der Zahnarztes/-in der Weisheitszahn belassen werden. Wichtig für die PAR-Behandlung ist, dass durch den Weisheitszahn keine entzündlichen Vorgänge unterhalten werden, die zu einer Verschlechterung der Prognose des Nachbarparodontiums führen können. Die PAR-Richtlinie 1 ist zu beachten, nach der u. a. die Freiheit von Reizfaktoren Voraussetzung für die durchzuführende PAR-Therapie ist.

Laut PAR-Richtlinie 4 hat der/die Zahnarzt/-in hierüber die Krankenkasse zu unterrichten. Die Behandlung kann erst fortgesetzt werden, wenn nach entsprechender Aufklärung des Patienten Mitarbeit und Mundhygiene wieder gegeben sind.
Um derartige Situationen möglichst zu vermeiden, ist zu empfehlen, die Compliance des Patienten bereits in der Vorphase zu sichern.

In der Abrechnungsbestimmung zu den Geb.-Nrn. P200, P201, P202 und P203 ist festgelegt, dass mit diesen Leistungen während (ab dem Tag der Antragstellung) und unmittelbar nach der systematischen Behandlung erbrachte Leistungen nach den Geb.- Nrn. 105 und 107 abgegolten sind. Die Geb.-Nr. 105 ist während einer PAR-Behandlung nur dann abrechenbar, wenn sie nicht im Zusammenhang mit dieser steht, wie die Behandlung einer Aphthe oder kleiner Verletzungen der Mundschleimhaut (Bsp. lokale Verbrennungen/Biss/…). Bei schweren Parodontopathien (beispielsweise aggressive oder nekrotisierende Parodontitis) kann es in Ausnahmefällen erforderlich sein, Mundbehandlungen nach der Geb.-Nr. 105 auch noch bis zur eigentlichen Behandlungsmaßnahme zu erbringen und abzurechnen. Das Entfernen harter Zahnbeläge (Geb.-Nr. 107) ist einmal pro Kalenderjahr abrechnungsfähig. Somit kann die Berechnung der Geb.-Nr. 107 nur dann unmittelbar nach der PAR-Therapie erfolgen, wenn im laufenden Jahr noch keine Berechnung der Geb.-Nr. 107 erfolgt ist. Der Zeitraum „unmittelbar nach der systematischen Behandlung“ ist weder im BEMA noch in der Behandlungsrichtlinie definiert. Der behandelnde Vertragszahnarzt hat im Einzelfall individuell nach den medizinischen Erfordernissen und unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes zu entscheiden. Wir empfehlen nach Abschluss der PAR-Behandlung für einen Zeitraum von ca. 6 Wochen keine Abrechnung der Geb.-Nrn. 105 und 107 vorzunehmen.

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