Häufige Fragen im KFO-Bereich

Strahlenbelastung im zahnärztlichen Röntgen – die Digitale Volumentomographie in der KFO

In der aktuellen Leitlinie der DGZMK zur DVT wird empfohlen, bei Kindern und Jugendlichen die rechtfertigende Indikation besonders streng zu stellen, da sie ein um den Faktor 3 erhöhtes Strahlenrisiko gegenüber Erwachsenen aufweisen. Zusammenfassend wird ausgeführt: „Für die kieferorthopädische Routinediagnostik bei Kindern und Jugendlichen besteht auf Grund der im Vergleich zu den zweidimensionalen Röntgenaufnahmen deutlich erhöhten Strahlendosis sowie des bisher nicht nachgewiesenen Nutzens für den Patienten derzeit keine Indikation [European Commission, 2012]“ Daher sind und bleiben die etablierten 2-D-Aufnahmen (OPG und FRS) als BEMA-Leistung der Standard in der  Kieferorthopädie, sie sind leitliniengerecht.

Zu den Ausnahmeindikationen wird ausgeführt:

„In Fällen atypischer Befunde wie überzähliger Zahnanlagen und Mesiodentes, verlagerter bzw. impaktierter Zähne, Hyper- und Dysplasien von Zahnanlagen sollte in speziellen Fällen eine DVT-Aufnahme angefertigt werden, wenn entweder zur weiteren Behandlung die Kenntnis über die exakte topographische Beziehung notwendig ist und/oder eine operative Intervention notwendig erscheint.“

Darüber hinaus werden DVTs im Zusammenhang mit skelettalen Fehlbildungen oder der knöchernen Traumatologie angefertigt. Wie sich aus den genannten Indikationen ergibt, wird die Indikation zur DVT in aller Regel nicht vom Kieferorthopäden, sondern durch den Zahnarzt gestellt, der auch den Eingriff vornehmen könnte. Denkbar ist aber, dass die für eine kieferorthopädische Planung erforderlichen Bilder (OPG und FRS) aus einer aus anderen Gründen erstellten DVT „herausgerechnet“ werden, um eine weitere Strahlenbelastung zu vermeiden. Eine DVT ist nicht im Leistungskatalog der GKV verzeichnet, es handelt sich um eine reine GOZ-Leistung. Daher besteht kein Anspruch auf eine „analoge“ BEMA-Vergütung einzelner (herausgerechneter) Teilleistungen wie OPG oder FRS.

Beim Wechsel von der privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) während einer kieferorthopädischen Behandlung, ist die KIG-Einstufung zu diesem Zeitpunkt maßgebend. Aufgrund dieser Einstufung entscheidet sich, ob eine Leistungspflicht der GKV vorliegt oder die Behandlung privat zu Ende zu führen ist. Im Falle einer Leistungspflicht der GKV, ist ein KFO-Behandlungsplan über 16 Behandlungsquartale aufzustellen und bei der GKV zur Genehmigung einzureichen. Eine Verkürzung der Behandlungszeit aufgrund der privaten Vorbehandlung ist nicht möglich.
Eine abschließende Entscheidung über die Ansprüche des Versicherten aus seinem Versichertenverhältnis, über eine Fortführung der privat begonnenen KFO-Behandlung, wenn am Anfang dieser Behandlung auch die GKV-Richtlinien erfüllt waren, kann allerdings nur im Einzelfall von der jeweiligen Krankenkasse, ggf. durch einen Verlängerungsantrag, getroffen werden.

In diesen Fällen ist ein aufeinander abgestimmtes kieferchirurgisches und kieferorthopädisches Behandlungskonzept zu erstellen. Auch das chirurgische Konzept muss individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

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