Zahnpflege bei Kindern

Gesunde Milchzähne sind wichtig für Ihr Kind. Mit gesunden Milchzähnen wächst der Kiefer richtig, das bleibende Gebiss und auch die Sprache Ihres Kindes entwickeln sich besser mit gepflegten Milchzähnen.
Um die Mundgesundheit Ihres Kindes weiter zu fördern, sollten Sie die  zahnärztlichen Vorsorgemaßnahmen in der Zahnarztpraxis in Anspruch nehmen. Hier wird die Individualprophylaxe durchgeführt, Ihr Kind also gezielt untersucht und bei besonderen Risiken betreut. Mehr über die Untersuchungen sowie viele Tipps und Infos rund um die zahngesunde Ernährung und die richtige Zahnpflege bekommen Sie in Ihrer Zahnarztpraxis.

Mit dem Schutz der Zähne Ihres Kindes können Sie bereits vor dem ersten Zahndurchbruch beginnen. Denn im Körper Ihres Babys ist bereits ein ausreichendes Mineralienangebot im Blut. Mit diesen Mineralien wird eine widerstandsfähige Zahnsubstanz gebildet. Damit ein Mangel an Mineralien vermieden wird, sollten Sie Ihrem Kind regelmäßig kombinierte Vitamin D- und Fluorid-Tabletten geben. Fluorid ist notwendig zur Knochen- und Zahnbildung und verhindert die Zerstörung der Zähne durch Karies.

Von klein auf zum Zahnarzt

Jeder Zahnarzt kümmert sich auch um die ganz kleinen Patienten. Gehen Sie mit Ihrem Kind schon sehr früh und dann regelmäßig zum Zahnarzt. Oft ist noch keine Behandlung notwendig, aber Ihr Kind erlebt die Atmosphäre dort sehr unbeschwert und gewinnt Vertrauen, das für eventuell später auftretende Zahnprobleme wichtig ist. Gesunde Milchzähne sind die Grundlage für die „Erwachsenenzähne“.

Sechs Früherkennungsuntersuchungen
für Einhalb- bis Fünfjährige

6.-33. Lebensmonat

Es finden drei Untersuchungen statt, die sich an den Zeitintervallen der ärztlichen Früherkennungsuntersuchungen U 5–U 7 orientieren. Der Zeitabstand zwischen den Untersuchungen beträgt mindestens vier Monate. Diese Früherkennungsuntersuchungen umfassen folgende Leistungen:

  • gründliche Untersuchung der Mundhöhle und Beratung der Eltern sowie Aufklärung über Ursachen oraler Erkrankungen
  • Erhebung der Anamnese zum Ernährungsverhalten (insb. zum Nuckelflaschengebrauch) sowie zu Fluoridierungsmaßnahmen durch die Eltern
  • Ernährungs- und Mundhygieneberatung der Eltern
  • Empfehlung geeigneter Fluoridierungsmittel
  • praktische Anleitung der Eltern zur Mundhygiene beim Kind

Zusätzlich haben Kinder im Alter vom 6. bis zum vollendeten 33. Lebensmonat zweimal je Kalenderhalbjahr Anspruch auf eine Anwendung von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung.
 

34.-72. Lebensmonat

In diesem Alter gibt es drei weitere Früherkennungsuntersuchungen. Die erste Untersuchung sollte um das vollendete 3. Lebensjahr stattfinden, die beiden weiteren in einem Abstand von jeweils mindestens einem Jahr folgen. Die Früherkennungsuntersuchungen umfassen folgende Leistungen:

  • gründliche Untersuchung der Mundhöhle einschließlich Beratung der Eltern
  • Einschätzung des persönlichen Kariesrisikos des Kindes
  • Ernährungs- und Mundhygieneberatung der Eltern
  • Empfehlung von geeigneten Mitteln zur Härtung des Zahnschmelzes (Bsp.: fluoridhaltige Zahnpaste, fluoridiertes Speisesalz)

Kinder zwischen dem 34. und 72. Lebensmonat haben außerdem Anspruch auf folgende Vorsorgeleistungen:

  • einmal je Kalenderhalbjahr (bei hohem Kariesrisiko zweimal) die Übernahme der Kosten für das Auftragen von Fluoridlacken auf die Milchzähne (lokale Fluoridierung) zum Schutz vor Karies
  • Sind die ersten bleibenden Backenzähne schon vor dem sechsten Geburtstag da, trägt die Krankenkasse in diesen Fällen auch die Kosten für eine Versiegelung der Furchen (sogenannte Fissuren) der gesunden Backenzähne mit Kunststoff zur Abwehr der Kariesbakterien.

Mit dem Zähneputzen sollten Sie direkt nach dem ersten Zahndurchbruch beginnen. Bei den Allerkleinsten reinigen Sie die Zähne am besten mit einem feuchten Wattestäbchen. Sind schon mehrere Zähne vorhanden, können diese vorsichtig mit einer Kinderzahnbürste geputzt werden.

Putzen Sie die Zähne immer vom Zahnfleisch zur Zahnkrone hin. Reinigen Sie zunächst alle Außenseiten der Zähne, dann die Innenseite der vorderen Zähne, die Kauflächen der Backenzähne und anschließend noch die Innenseiten der Backenzähne.
Schon bald will Ihr Kind die Zahnbürste selbst halten. Lassen Sie es ruhig zu. Denn im spielerischen Umgang gewöhnen sich Kinder sehr schnell an die Zahnputzprozedur.
Viel wichtiger ist aber die Vorbildfunktion der Eltern. Ihr Kind beobachtet Ihr Handeln und wird Sie nachahmen. Irgendwann ist es ganz selbstverständlich, dass nach dem Essen die Zähne geputzt werden. Allerdings sollten Sie jedes Mal nachputzen, da in den ersten Jahren Kindern das motorische Geschick fehlt, um alle Zahnputzbewegungen exakt auszuführen.

Comic zur Zahnpflege und Mundgesundheit bei Kleinkindern

Zucker und Säuren verursachen die meisten Schäden im Milchgebiss. Doch welches Kind lässt sich schon von Süßigkeiten abhalten? Ein guter Kompromiss ist es, Süßes direkt nach dem Essen - und damit vor dem Zähneputzen – zu geben. Viel gefährlicher sind zuckerhaltige Getränke wie gesüsste Kindertees und Säfte, insbesondere wenn sie aus der Nuckelflasche getrunken werden. Durch das permanente Nuckeln entsteht viel schneller Karies.
Übrigens können auch Sie Karies an Ihr Kind weitergeben. Wenn Sie den Kinderlöffel oder Schnuller ablecken, können die Bakterien aus Ihrem Mund leicht an Ihr Baby übertragen werden.

Webcode: W00070

Auf einen Blick