Methoden der Wurzelkanalbehandlung

© Visual Concepts - Fotolia.com

1. Herkömmliche Methode

Der Wurzelkanal wird mit feilenähnlichen Nadeln gereinigt, erweitert und geglättet.

Es können sich, durch diese Art der Aufbereitung, kleine Partikel im Wurzelkanal verkeilen und den Kanal verstopfen. Handfeilen können in seltenen Fällen in den Wurzelkanälen abbrechen. Beides kann unter bestimmten Umständen auch zum Verlust des Zahnes führen.

Die Kasse übernimmt die Kosten für die Behandlung, wenn sie Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung ist.

2. Maschinellen Wurzelkanalaufbereitung

Diese Wurzelkanalaufbereitung wird mit hochflexiblen Titanfeilen mechanisch durchgeführt.

Durch die drucklosen Auf- und Abbewegungen gelangt man gut an die Wurzelspitze. Weitere Vorteile sind eine schnellere Aufbereitung und durch die gleichförmige Auf- und Abbewegungen, wird eine mögliche Verstopfung des Kanals weitgehend verhindert. Auch hier besteht die Gefahr das ein Instrument im Wurzelkanal abbrechen kann.

Zusätzliche Leistungen können sein

  • elektrometrische Längenmessung 
  • elektrophysikalisch-chemische Methoden
  • medizinische Einlagen, die über die 3. Sitzung hinausgehen, wenn keine Ausnahmeindikation vorliegt

Diese Behandlung ist nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten und somit privat zu zahlen. Weitere Informationen finden Sie unter Kosteninformationen Wurzelkanalbehandlung.

Jeder Zahn hat mindestens eine Zahnwurzel mit Wurzelkanal. Im Inneren des Wurzelkanals befindet sich das Zahnmark (die Pulpa oder auch im Volksmund Zahnnerv genannt). Sollte eine Entfernung des Zahnmarks notwendig werden, wird der Zahn aufgebort und der Wurzelkanal aufbereitet/gereinigt. Nach medikamentösen Einlagen, wird der vollständig aufbereitete Kanal definitiv abgefüllt, sodass keine Bakterien mehr in den Kanal eindringen können. Durch eine Wurzelkanalbehandlung kann der Zahn somit erhalten werden und die Zahnentfernung ist zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig.

  • Durch einen Bruch bzw. Riss oder durch Karies können Bakterien an das Zahnmark gelangen. Es entsteht eine Entzündung, die mit heftigsten Schmerzen einhergeht bis hin zur so genannten " dicken Backe".
  • Durch einen Unfall oder wenn von kariöser Zahnhartsubstanz soviel entfernt werden mußte, dass das Zahnmark erreicht wird. In diesem Fall wird unter Umständen der Zahnnerv prophylaktisch entfernt. Somit beugt man der Entzündung und den heftigen Zahnschmerzen vor.

Das (entzündete) Gewebe muss über den Wurzelkanal entfernt und der Hohlraum mit medikamentösen Einlagen behandelt werden. Die eigentliche Maßnahme, die den Erhalt des Zahnes sichert, ist die Wurzelfüllung. Alle Wurzelkanäle sollten durch die Wurzelfüllung dicht verschlossen werden. In der Regel infiziert sich der Kanal nicht erneut mit Bakterien.

Der Behandlungserfolg einer Wurzelbehandlung ist zweifelhaft, wenn...

  • der Zahn schon stark gelockert ist
  • die Wurzelkanäle sehr eng und gekrümmt verlaufen
  • die Wurzelspitzen in die Kieferhöhle ragen
  • die Wurzelkanaleingänge verschlossen (obliteriert) oder verlegt (z. B. durch Divertikel) sind

Webcode: W00098

Auf einen Blick