Füllungsmaterialien

Gesundheitsgefährdungen durch Amalgam? Immer wieder durch Medienberichte angeheizt, hält diese Diskussion schon jahrzehntelang an. Natürlich wäre es besser, wenn Füllungen gar nicht erst notwendig wären, was durch konsequente Mundhygiene möglich ist. Manchmal geht es aber nicht anders, dann sind bei der Auswahl des Füllungsmaterials verschiedene Aspekte zu berücksichtigen: die Füllungslage, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, ästhetische Ansprüche und nicht zuletzt der Zeit- und Kostenaufwand beim Legen einer Füllung.

Kosteninformationen

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Amalgam: Alternativen für Kinder und Schwangere

Dentalamalgam darf nach der EU-Quecksilberverordnung seit 1. Juli 2018 grundsätzlich nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Eine Ausnahme von der Regelung besteht nur dann, wenn der Zahnarzt eine solche Behandlung wegen spezifischer medizinischer Erfordernisse als zwingend notwendig erachtet. Hintergrund der neuen Bestimmung ist das Übereinkommen von Minamata, das Gesundheit und Umwelt vor Emissionen und Freisetzungen von Quecksilber und Quecksilberverbindungen schützen soll.

Amalgam ist beileibe keine aktuelle Erfindung, sondern wird seit rund
150 Jahren als Zahnfüllungsmaterial verwendet. Nicht nur wegen der hervorragenden Materialeigenschaften, der einfachen Verarbeitungstechnik und der geringen Kosten werden Amalgame für Zahnfüllungen eingesetzt. Im Oktober 1999 stellte das Bundessozialgericht in einem Grundsatzurteil (Az.: B 1 KR 13/96 R) fest, dass die Krankenkassen den Austausch einer intakten Amalgamfüllung gegen eine andere Art Zahnfüllung nicht bezahlen müssen, denn ein Zusammenhang gesundheitlicher Beschwerden mit dem Füllungsmaterial Amalgam sei wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen und hypothetisch.

Trotzdem ist Amalgam nicht jedermanns Sache: Dem Stoff wurden bisweilen eine schlechte Bioverträglichkeit nachgesagt, außerdem benötigen Amalgamfüllungen aus Stabilitätsgründen eine Mindestdicke, so dass oft über das eigentliche Kariesloch hinaus gesunde Zahnsubstanz weggebohrt werden muss, um die Füllung stabil einsetzen zu können. Zudem genügt die silber-metallische Farbe oft nicht den Ansprüchen der Patienten nach einem vollständig weißen Gebiss.

Nach jahrzehntelanger Erprobung und Erforschung sehen zahnärztliche Fachleute bislang keine Belege für eine Gesundheitsgefährdung durch Amalgamfüllungen. Um aber eventuelle Gefährdungen zu vermeiden, sollten folgende Patientengruppen auf Amalgam sicherheitshalber verzichten:

  • bei nachgewiesenen Allergien gegen Amalgambestandteile
  • Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen
  • Patienten bis Vollendung des 15. Lebensjahr, Schwangere und Stillende

In diesen Fällen weichen die Krankenkassen von ihrer Linie ab und bezahlen ausnahmsweise auch die teureren Kunststoffversorgungen. Ein Austausch alter Amalgamfüllungen sollte bei Schwangeren und Stillenden möglichst nicht und wenn, nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen erfolgen, da beim Ausbohren vermehrt Quecksilber freigesetzt wird. Im Milchgebiss von Kindern ist Amalgam mittlerweile nicht mehr erforderlich, hier gibt es mit Glasionomerzementen und Kompomeren Alternativen.

Sogenannte Komposites sind zahnfarbene Kunststoffe. Entsprechende Füllungen werden meist in mehreren Schichten aufgetragen: Nachdem das zu füllende Loch leicht angeätzt wurde, wird ein Haftmittel (Kleber) verteilt. Dann wird das Komposite in dünnen Schichten aufgetragen und Schicht für Schicht unter Lichteinwirkung gehärtet . Komposites sind fast genauso stabil wie Amalgam und haben den Vorteil, zahnfarbend zu sein. Für die aufwändigere Verarbeitung dieser Füllungstechnik und dieses Füllungsmaterials ist eine Zuzahlung zu leisten.

Es gibt Glasionomerzemente (keine Kunststoffe) oder Kompomere (modifizierte Kunststoffe) für Füllungen im Seitenzahnbereich sowie für einfache Kunststofffüllungen im Frontzahnbereich. Diese sind als Alternativen zu den oben genannten Amalgamfüllungen oder dentinadhäsiven Kompositefüllungen anzusehen. Die Kosten tragen die Krankenkassen.

Inlays sind Einlagefüllungen, die nach den Vorgaben Ihres Zahnarztes oder Ihrer Zahnärztin im zahntechnischen Labor gefertigt und anschließend in die zu füllende Lücke eingesetzt werden. Mehr zu diesem Thema finden Sie unter Behandlungsmethoden Inlay.

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