Coronavirus

Die Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 ist dynamisch. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zu der vom Virus verursachten Erkrankung einen Covid-19-Steckbrief publiziert, der auf der laufenden Sichtung der wissenschaftlichen Literatur basiert.

Covid-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit (Hrsg.: RKI)


Stand: 07.05.2020

Als Vorstand der KZV Berlin werden wir mit aller Kraft daran arbeiten, Lösungen zu entwickeln, um die wirtschaftliche Existenz aller Zahnarztpraxen zu sichern. Dazu gehört zum Beispiel, dass der HVM für mindestens das I. + II. Quartal 2020 ausgesetzt bleibt! Eine Belastung Ihres Honorarkontos über vorläufige Honorareinbehalte gemäß HVM erfolgt also nicht. Ebenso werden die Vorauszahlungen auch für das II. Quartal 2020 entsprechend der gültigen Bescheide voll ausgezahlt.

Absenkung der USt-Sätze in der Zahnarztpraxis per 01.07.2020

Die Regierungskoalition hat im Rahmen ihres Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets am 03.06.2020 verkündet, die Umsatzsteuersätze vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 abzusenken. Erstmalig seit Einführung des USt-Systems Ende der 60er-Jahre gibt es damit eine Senkung der USt-Sätze. Was ist zu beachten?

1) Allgemeines

Soweit nichts Anderes bestimmt ist, sind Änderungen des Umsatzsteuergesetzes auf Lieferungen, sonstige Leistungen anzuwenden, die ab dem In-Kraft-Treten ausgeführt werden (§ 27 Abs. 1 Satz 1 UStG), also für die ab dem 1.7.2020 ausgeführten Umsätze. Wann das Entgelt für die Umsätze vereinnahmt wird, ist nicht entscheidend. Außerdem unmaßgeblich ist der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder das Datum der Rechnung. Einzig relevant ist nur der Zeitpunkt der Leistungsausführung. Dies ist z. B. bei Lieferungen von Waren der Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügungsmacht (Übergabe), oder bei der Erbringung von Dienstleistungen der Zeitpunkt ihrer Vollendung. Für alle bis zum 30.6.2020 ausgeführten Umsätze beträgt der Regelsteuersatz 19 % (z.B. für kosmetische Leistungen; Botox ohne Heilbehandlung; Verkauf von Prophylaxe Artikeln). Für die in der Zeit vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 ausgeführten Leistungen wird der Regelsteuersatz auf 16 % gesenkt und ab dem 1.1.2021 wieder auf 19 % erhöht. Für alle bis zum 30.6.2020 ausgeführten Umsätze, für die der ermäßigte Steuersatz (z.B. für Prothetik) zur Anwendung kommt, gilt der Steuersatz von 7 %. Für alle in der Zeit vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 ausgeführten Leistungen wird der ermäßigte Steuersatz auf 5 % gesenkt und ab dem 01.01.2021 wieder auf 7 % angehoben.

2) Details in der Zahnarztpraxis

a) Zahnarztpraxis mit Eigenlabor

Ärztliche- und zahnärztliche Heilbehandlungen sind gemäß § 4 Nr.14 a UStG von der Umsatzsteuer befreit. Das gilt nicht für die Lieferung von Zahnprothesen und kieferorthopädischen Apparaten, soweit sie der Zahnarzt in seinem Unternehmen im eigenen Labor hergestellt hat. Die Überlassung von kieferorthopädischen Apparaten ist dennoch steuerfrei, wenn der Umsatz insgesamt durch die Dienstleistung des Kieferorthopäden (Heilbehandlung) geprägt wird, da es sich dann um eine einheitliche (medizinische) Dienstleistung handelt, bei der die Lieferung des kieferorthopädischen Apparates quasi unentbehrlich ist. Diese einheitliche Betrachtung kommt für die Lieferung von Zahnprothetik durch den Zahnarzt offensichtlich nicht zum Tragen, vielmehr gilt hier ein Aufteilungsgebot. Danach kommt es zu einer steuerpflichtigen Lieferung von Zahnprothetik einerseits, und andererseits zu einer steuerfreien zahnärztlichen Heilbehandlung. Erst durch diese zahnärztliche Heilbehandlung, der Eingliederung der Prothetik in das Gebiss des Patienten wird der Umsatz vollendet und die Umsatzsteuer entsteht im Zeitpunkt der Eingliederung der prothetischen Arbeit (Verschaffung der Verfügungsmacht). D.h., sofern die Eingliederung erst nach dem 01.07.2020 erfolgt, kommt auch für die Eigenlaborleistung der Steuersatz von 5% zum Tragen.

b) Zahnarztpraxis mit Fremdlabor

Die Herstellung und Lieferung der Prothetik erfolgt in diesem Fall durch das gewerbliche Fremdlabor an den Zahnarzt. Die Steuer für das Fremdlabor entsteht mit der Lieferung vom Labor an den Zahnarzt. Alle Lieferungen ab dem 1. Juli erfolgen folglich mit 5 % Umsatzsteuer. Der Zahnarzt erbringt in diesem Fall keine USt-pflichtigen Leistungen (durchlaufender Posten).

c) Kosmetische Leistungen und Verkauf von Prophylaxe Artikeln

Die USt entsteht für die Erbringung von kosmetischen Leistungen mit 16 % USt, sofern die Leistung ab dem 01.07.20 gegenüber dem Patienten erbracht und vollendet ist. Für Prophylaxeartikel die ab dem 01.07.2020 verkauft werden, gilt der USt-Satz von 16 %.

d) Anzahlungen

Anzahlungen sichern keinen Steuersatz. Beispiel: Anzahlungen die im November 2020 vom Patienten für prothetische Leistungen gezahlt werden, die erst nach dem 31. Dezember 2020 beendet werden. Hier ist die Leistung mit dem dann wieder gültigen Steuersatz von 7 % abzurechnen.

e) Was ist sonst zu beachten?

Anpassung der Praxissoftware an die jeweiligen Steuersätze. Prüfung der Rechnungseingänge ab 01.07.2020 auf die Richtigkeit des Steuersatzes. Bei falschen Steuerausweis, Rücksprache mit dem Lieferanten halten. Überprüfung der Daueraufträge bzw. Rücksprache mit Vertragspartner (umsatzsteuerpflichtige Miete, Leasingraten usw.) bezüglich der Anpassung der Zahlungsbeträge. Bitte lassen Sie sich vom Vertragspartner eine neue sog. Dauerschuldrechnung mit dem derzeitig gültigen Steuersatz ausstellen.

f) Kleinunternehmerregelung, § 19 (1) UStG

Die Grenze für die Kleinunternehmer ist ab dem Jahr 2020 von € 17.500 auf € 22.000 angehoben worden.

Dipl.-Oec. Frank Pfeilsticker, Steuerberater
Konzept Steuerberatungsgesellschaft mbH, Berlin und Potsdam

Erstveröffentlichung im Sonderundschreiben der KZV Brandenburg
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der KZV Brandenburg


Sofern Sie Ihre Sprechstunden ändern, bitten wir Sie, die Aktualisierung eigenständig im Serviceportal der KZV Berlin vorzunehmen.

Alle von Ihnen hier angegebenen Daten verwenden wir für unsere Zahnarztsuche. Auf diese Weise findet der Patient noch schneller und unkomplizierter seine Zahnarztpraxis. Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Angaben im Serviceportal immer aktuell sind. Denn nur so können mögliche Fehlinformationen bzw. Missverständnisse bezüglich Ihrer Praxisinformationen beim Patienten gar nicht erst entstehen.


Stand: 11.05.2020

Die Bundesagentur für Arbeit ist der Argumentation der BZÄK und KZBV gefolgt und hat am 07.05.2020 eine neue Weisung herausgegeben. Demnach haben Vertragszahnärzte Anspruch auf Kurzarbeitergeld bei entsprechenden Voraussetzungen.

Weisung Bundesagentur für Arbeit


Stand: 18.03.2020

Arbeitsrechtliches Informationsblatt für die Zahnarztpraxis (Hrsg.: BZÄK)

Kurzarbeitergeld in der Zahnarztpraxis (Hrsg.:Bundesagentut für Arbeit)

Praxisschließung bei Coronavirus: Hinweise zum Anspruch auf Entschädigung (Hrsg.: KBV)

Optionen für den Umgang mit medizinischem Personal in Situationen mit relevantem Personalmangel im Rahmen der COVID-19 Pandemie (Hrsg.:RKI)

Beschluss vom 14. Mai 2020 des Gemeinsamen Bundesausschusses

Ab dem 1. Juni 2020 gilt wieder, dass für die ärztliche Beurteilung, ob ein Versicherter arbeitsunfähig ist, eine körperliche Untersuchung notwendig ist.
Beschluss


DGAZ-Stellungnahme vom 25. April 2020
In der weiteren Stellungnahme der DGAZ vom 18. Mai 2020 wird dargestellt, dass nun begonnen werden soll, „die coronabedingt aufgetretenen Einschränkungen gemeinsam mit der Pflege aufzufangen“ und in „enger Absprache mit den Einrichtungsleitungen“ die Menschen mit Pflegebedarf „wieder regulär zahnmedizinisch zu betreuen“. Die DGAZ hat die Stellungnahme so verfasst, dass sie bei den Pflegedienstleitungen als Gesprächsgrundlage genutzt werden kann.

DGAZ-Stellungnahme vom 18. Mai 2020
Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Kooperationsverträge (§ 119b SGB V)  
Eine allgemeingültige Empfehlung zur Frage der Durchführung von Kontrolluntersuchungen im Rahmen der Kooperationsverträge kann aktuell nicht gegeben werden. Die Entscheidung ist vor Ort gemeinsam mit der Einrichtungsleitung zu treffen. Besonders wichtig bei Wiederaufnahme ist jedoch die zwingende Einhaltung der Hygienestandards für diesen Personenkreis.


Beschluss des Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vom 29.06.2020:

Der G-BA hat die Frist für den Beginn einer Heilmittelbehandlung für GKV-Versicherte verlängert. Krankentransportfahrten für COVID-19-Erkrankte zu zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen müssen weiterhin nicht von der Krankenkasse genehmigt werden. Der G-BA will damit einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau entgegenwirken. Betroffen sind Heilmittelbehandlungen, die seit Beginn der Corona-Pandemie nicht wie geplant begonnen werden konnten. Die Sonderregelung gilt bis zum 30. September 2020. Ab dem 1. Oktober 2020 gilt mit Inkrafttreten der neuen Heilmittel-Richtlinien künftig regelhaft die Frist von 28 Tagen zum Beginn einer Heilmittelbehandlung.
Eine weitere Sonderregelung wurde ebenfalls verlängert: Krankentransportfahrten zu nicht aufschiebbaren, zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen von nachweislich an COVID-19-Erkrankten bedürfen keiner vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse. Dies gilt auch für Versicherte, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen.

Diese Sonderregelungen sind zum 1. Juli ausgelaufen:

  1. Die Frist zur Vorlage von Verordnungen von häuslicher Krankenpflege, spezialisierter ambulanter Palliativversorgung sowie Soziotherapie bei der Krankenkasse beträgt künftig wieder 3 Tage statt 10 Tage.
  2. Folgeverordnungen nach telefonischer Anamnese für häusliche Krankenpflege, für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel, Krankentransporte und Krankenfahrten sowie Heilmittel - letztere auch von Zahnärzten verordnete - können nicht länger nach telefonischer Anamnese ausgestellt werden. Ebenso kann die Verordnung nicht länger postalisch an den Versicherten übermittelt werden.
  3. Im Bereich der häuslichen Krankenpflege können Folgeverordnungen nicht länger für bis zu 14 Tage rückwirkend erfolgen. Die Begründung der Notwendigkeit bei einer längerfristigen Folgeverordnung von häuslicher Krankenpflege und die 3-Tages-Frist zur Ausstellung der Folgeverordnung sind nun wieder zu berücksichtigen.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich aufgrund der Coronapandemie COVID-19 auf die folgenden Regelungen verständigt.

Überweisungen

Für Überweisungen bei nachweislich an COVID-19-Erkrankten oder von Versicherten, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen, gelten grundsätzlich die herkömmlichen Bestimmungen gem. § 11 BMV-Z einschließlich der dazugehörigen Anlagen.
Überweisungen zu einer ambulanten Behandlung der betreffenden Versicherten in einer sog. Schwerpunktpraxis oder Klinik können entsprechend Anlage 1 Nr. 2.3 zum BMV-Z auf dem Arzneiverordnungsblatt (Muster 16) vorgenommen werden. Der Grund der Überweisung, der Name des Versicherten einschließlich des Geburtsdatums und die Versichertennummer, der Name des Vertragszahnarztes und seine Anschrift einschließlich der Telefonnummer der Praxis sind anzugeben. Überweisungen können auch individuell mittels EDV erstellt werden.

Gültigkeit von Heil- und Kostenplänen bei Zahnersatz

Angesichts der Covid-19-Pandemie können genehmigte Versorgungen teilweise nicht innerhalb der bundesmantelvertraglich vorgesehenen 6-Monats-Frist eingegliedert werden. Daher gilt Folgendes:
Heil- und Kostenpläne, die in dem Zeitraum vom 30.09.2019 bis zum 31.03.2020 genehmigt wurden, behalten ihre Gültigkeit bis einschließlich zum 30.09.2020. Für Versorgungen, die nicht bis zum 30.09.2020 durchgeführt werden können, ist ein neuer Heil- und Kostenplan zu erstellen.

Begutachtungen

Die Vertragspartner gehen davon aus, dass erforderliche körperliche Untersuchungen im Zusammenhang mit Planungsgutachten für die BEMA-Teile 2, 3, 4 und 5 grundsätzlich durchgeführt werden können. In geeigneten Fällen kann das Gutachten auch nach Aktenlage erstellt werden; in diesen Fällen sollten dem Gutachter, soweit möglich, neben Röntgenaufnahmen und Modellen auch Fotos der Gebisssituation zur Verfügung gestellt werden.
Bei Mängelgutachten im Bereich Zahnersatz kann auf die körperliche Untersuchung nicht verzichtet werden. Die Vertragspartner gehen davon aus, dass eine solche unter Beachtung der empfohlenen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen regelhaft durchführbar ist. Kann eine Untersuchung nicht stattfinden, ist in Abstimmung mit dem Gutachter im Einzelfall zu entscheiden, ob unter Berücksichtigung der Problemschilderung durch den Patienten der Auftrag ggf. verschoben werden muss. Ist eine Verschiebung erforderlich und kann die Begutachtung aus diesem Grund nicht rechtzeitig innerhalb der Frist von 24 Mo-naten gem. § 2 Abs. 3 der Anlage 6 zum BMV-Z bzw. bei andersartigen Versorgungen und sogenannten Mischfällen nicht innerhalb der Frist von 36 Monaten gem. der Protokollnotiz zu § 4 der Anlage 6 zum BMV-Z eingeleitet werden, gilt der Gutachtenauftrag nicht als verfristet. § 2 Abs. 3 Satz 4 der Anlage 6 zum BMV-Z findet insoweit keine Anwendung. Die Gewährleistungsfrist von zwei Jahren gem. § 136a Abs. 4 Satz 3 SGB V bleibt hiervon unberührt.

Bitte unterstützen Sie uns weiterhin und übermitteln Sie uns – ebenfalls unverbindlich und ungeprüft – Ihre KCH-Testabrechnung zum 31. August 2020.

Bitte berücksichtigen Sie dabei jeweils den Zeitraum seit dem 1. Juli 2020 und vermerken Sie „Testabrechnung“.
Ihre KFO-Abrechnungsdaten benötigten wir zu diesen Terminen nicht.

Prozedere

In Ihrer Praxissoftware erheben Sie die Daten, als ob das Quartal beendet sei; jedoch beenden Sie das Quartal in Ihrer Praxissoftware nicht, Sie schicken also keine Daten „in die Historie“. Loggen Sie sich im Serviceportal der KZV Berlin ein. Unter dem Menüpunkt „Datentransfer“ klicken Sie den Button „Konservierend-Chirurgisch (KCH)“. Bitte bestätigen Sie im sich öffnenden Fenster (Pop-up), dass Sie eine Testabrechnung übermitteln möchten. Anschließend erfolgt der gewohnte Datentransfer an die KZV Berlin.

Die Daten werden zu rein statistischen Zwecken verwendet; bitte seien Sie gewiss, dass wir diese für keine Abrechnungsprüfung verwenden.

Hinweise von Praxissoftware-Anbietern

CGM: Dokumentation für die ZISe CHREMASOFT und Z1 / Z1.PRO sowie ein Erklärvideo

Dampsoft: Sie können ohne Sorge mehrfach im Quartal eine entsprechende Abrechnung vorbereiten und die notwendige Datei zur Übermittlung an die KZV erstellen.
Bei jedem weiteren Aufruf dieser Funktion für das gleiche Quartal (also II-2020) werden Sie nur darauf hingewiesen, dass Sie diese Abrechnung bereits erstellt haben.
Eine Wiederholung mit den jeweils aktuellen Daten ist also jederzeit möglich! Auch die Abrechnung für die offizielle Einreichung am Ende des Quartals (Stichtag 06.07.) erfolgt dann auf gleichem Wege.
Nur diese finale / "echte" Einreichung der KCH-Abrechnungsdaten wird dann in die standardmäßige Verarbeitung innerhalb der KZV einfließen und einer Abrechnungsprüfung unterzogen.

DENS: Erklärvideo
 

Ihre Ansprechpartner

Hotline 030 89004-456
E-Mail serviceportal(at)kzv-berlin.de


FAQ-Katalog

Ist die Teilnahme verpflichtend?
Nein. Die KZV Berlin bitte Sie aber herzlichst, die Testabrechnungen einzureichen, da eine Bewertung der Daten umso solider ist, je mehr Daten vorhanden sind.

Welche Praxis sollte Daten übermitteln?
Grundsätzlich freut sich die KZV Berlin über sämtliche übermittelte Daten; der Aufwand für die Praxen muss aber verhältnismäßig bleiben.
Daher sollten nur die Praxen Daten übermitteln, in deren Praxissoftware sich dies leicht umsetzen lässt und die den Datentransfer alleine – also ohne Unterstützung des Softwareherstellers – vornehmen können.

Muss die Einreichung zu den genannten Stichtagen erfolgen?
Nein. Es ist ausreichend, wenn die Daten zwei oder drei Tage früher oder später übermittelt werden.

Muss jeder genannte Termin wahrgenommen werden?
Nein. Grundsätzlich gilt, dass jede Testeinreichung hilfreich ist, es ist aber auch nicht zwingend, zu jedem Termin Daten zu übermitteln.

Werden KFO-Abrechnungsdaten ebenfalls benötigt?
Nein. Es gibt keine Corona-Testabrechnung für KFO.

Müssen bei mehreren Testeinreichungen alle Leistungen des Quartals einbezogen werden?
Ja. Jede Testeinreichung sollte die Daten der vorhergehenden Testeinreichungen enthalten. Beispiel: Eine Praxis reicht Daten sowohl am 30.04. als auch am 15.05. ein. In diesem Fall sollte die Testeinreichung am 15.05. auch die Daten vom 30.04. enthalten.


Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Verordnung zum Ausgleich Covid-19 bedingter finanzieller Belastungen der Zahnärzte, der Heilmittelerbringer und der Einrichtungen des Müttergenesungswerks oder gleichartigen Einrichtungen sowie zur Pflegehilfsmittelversorgung (COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung – Covid-19-VSt-SchutzV) erlassen, die gestern im Bundesanzeiger veröffentlicht worden ist und heute in Kraft tritt.

Statement der KZV Berlin

Pressemitteilung der KZBV

Statement der KZBV

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erkennt unter bestimmten Bedingungen eine Covid-19-Erkrankung als Arbeitsunfall an.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit es sich bei einer Covid-19-Erkrankung um einen Arbeitsunfall handelt:

  • Vorliegen eines Gesundheitserstschadens
  • intensiver und länger andauernder Kontakt mit einer nachweislich mit dem Virus infizierten Person ("Indexperson")

Dies gilt sowohl für Geschehnisse im Betrieb als auch auf den Wegen von und zur Arbeit. Lässt sich keine konkrete Indexperson feststellen, kann im Einzelfall auch ein nachweislich massives Infektionsgeschehen ("Ausbruchsgeschehen") im Betrieb ausreichen. Im Einzelfall ist durch die Unfallversicherungsträger zu prüfen, ob im maßgeblichen Infektionszeitraum Kontakt zu anderen Indexpersonen außerhalb der versicherten Tätigkeit bestand und ob dies einer Anerkennung als Arbeitsunfall entgegensteht.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der DGUV.

Das Ersatzverfahren wird gelockert. Es kann eine telefonische Beratung/Videosprechstunde von Patienten erfolgen, ohne die eGK einlesen zu müssen. Bei neuen Patienten sind die Versichertendaten zu dokumentieren.


Damit Sie stets die aktuellen Informationen im Blick haben, datieren wir seit dem 01.04.2020 die einzelnen Abschnitte, wenn wir dort Aktualisierungen vornehmen.


Portal der Desinfektionsmittel herstellenden Berliner Apotheken (30.04.2020)

Die Apothekenkammer Berlin wird voraussichtlich in der 20. KW auf ihrer Website ein Portal der Desinfektionsmittel herstellenden Berliner Apotheken zur Verfügung stellen. Als Zwischenlösung hat die Apothekenkammer mit einem strukturierten Antwortformular die Berliner Apotheken abgefragt. Darauf haben sich bisher 28 Desinfektionsmittel herstellende Berliner Apotheken gemeldet. Eine nach Bezirken gegliederte Übersicht finden Sie hier.

 

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard (Hrsg.: baua)

System von Standardvorgehensweisen für Zahnarztpraxen während der Coronavirus- Pandemie (Hrsg. IDZ und KZBV), Update 24.04.2020

Risikomanagement in der Zahnarztpraxis (Hrsg.: BZÄK)

Wiederverwendungsverfahren für medizinische Schutzmasken (Hrsg.: BMAS und BMG), 02.04.2020

Ressourcenschonender Einsatz von Mund-Nasen-Schutz- und FFP-Masken (Hrsg.: RKI)

Hygieneplan (Hrsg.: BZÄK)

"Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene" - Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI (Hrsg.: RKI)

Technische Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250) (Hrsg.: baua)

COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen – Orientierungshilfe für Ärzte (Hrsg.: RKI)

Standardvorgehensweise für Zahnarztpraxen zur Behandlung von SARS-CoV-2-Patienten (Hrsg.: IDZ)


Wiederverwendung von Atemschutzmasken

Der Krisenstab der Bundesregierung billigt in der aktuellen Versorgungskrise die Wiederverwen-dung von Schutzmasken in Ausnahmefällen, wenn nicht ausreichend Material zur Verfügung steht. Angesichts der Beschaffungsprobleme gelte es, „pragmatische und zielführende, aber dennoch sichere Lösungen zu finden“.

Für die Wiederaufbereitung von MNS-Masken wird eine Dekontamination durch Hitzeinaktivierung empfohlen, zum Beispiel mittels trockener Hitze bei 65 bis 70 Grad Celsius für 30 Minuten. MNS-Masken können in der Zahnarztpraxis auch ohne Dekontamination wiederverwendet werden. Vo-raussetzung ist der personalisierte Einsatz.

FFP2/3-Masken mit CE-Kennzeichnung oder solche, die nach dem Prüfgrundsatz der Zent-ralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) zugelassen sind Sie können ebenfalls nach Hitzebehandlung wiederverwendet werden. Auch hier wird eine Dekon-tamination der Masken durch eine Hitzeinaktivierung von SARS-CoV-2 mittels trockener Hitze bei 65 bis 70 Grad Celsius für 30 Minuten empfohlen.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat sich mit dem PKV-Verband und der Beihilfe von Bund und Ländern auf eine Ausweitung der Corona-Hygienepauschale bis 30. September 2020 verständigt. Das von ihnen getragene Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen weitet die ursprünglich bis zum 31. Juli 2020 befristete Regelung damit um zwei Monate aus. Die Pauschale von 14,23 Euro pro Sitzung hilft Zahnärzten, die Hygienelasten der Corona-Krise etwas abzufedern.

Sie gilt bei jeder Behandlung eines privatversicherten Patienten bzw. eines gesetzlich Versicherten mit privater Zusatzversicherung. Diese Pauschale kann aber nicht bei GKV-Patienten ohne Zusatzversicherung, bei denen z. B. eine professionelle Zahnreinigung oder andere über die GOZ zu berechnenden Leistungen erbracht werden, angesetzt werden.

Für die Pauschale wird auf eine Analoggebühr zurückgegriffen. Laut § 6 Abs. 1 GOZ steht die sogenannte Analogberechnung eigentlich nur für zahnärztliche Leistungen zur Verfügung, nicht jedoch für einen besonderen Material- oder Hygieneaufwand bei der Leistungserbringung. Als schnelle pragmatische Lösung für alle Beteiligten hat sich das Beratungsforum dennoch auf den Ansatz einer konkreten Analoggebühr mit einem festgelegten Steigerungssatz von 2,3 (auch bei im Basistarif versicherten Patienten) verständigt.

Weitere Informatinen erhalten Sie im GOZ-Referat der Zahnärztekammer Berlin.

Seit 1. August kann sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, binnen 72 Stunden kostenlos bei seinem Gesundheitsamt oder durch einen niedergelassenen Arzt auf das Coronavirus SARS-CoV-2 testen lassen. Verordnung

Seit 8. August sind Einreisende aus Risikogebieten zu einem Corona-Test verpflichtet. Verordnung
Mit der Verordnung wurden auch Anordnungen betreffend den Reiseverkehr nach Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite durch den Deutschen Bundestag im Bundesanzeiger bekannt gemacht

Auf der Website des BMG finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Bitte beachten Sie zusätzlich die landesspezifischen Regelungen.


Der zahnärztliche Notdienst in der Nacht und am Wochenende ist nach wie vor für Notfälle und Schmerzpatienten gedacht. Angesichts der Corona-Pandemie bittet die KZV Berlin darum, die Notdienstpraxen nicht mit aufschiebbaren Behandlungen zu belasten.

Des Weiteren muss der zahnärztliche Notdienst an den Wochenenden und Feiertagen aufrechterhalten werden. Sollten Sie Ihren Notdienst nicht wahrnehmen können, müssen Sie sich wie bisher um eine Vertretung kümmern und diese per E-Mail an zulassung[at)kzv-berlin.de melden.

Nachgewiesene Coronavirus-infizierte Patienten und behördlich unter Quarantäne gestellte Verdachtsfälle mit akut notwendigen und unaufschiebbaren Behandlungen werden in sog. Schwerpunktpraxen behandelt.

 


Seitens der KZV Berlin gibt es nach wie vor keine Vorgaben, welche Behandlungen durchgeführt oder verschoben werden. Der Zahnarzt allein entscheidet verantwortlich nach den angepassten Hygienemaßnahmen in seiner Praxis und dem Befund, den er bei seinem Patienten feststellt, was an Behandlung zu diesem Zeitpunkt erforderlich ist. Darüber hinaus entscheidet er über organisatorische Maßnahmen in der Praxis, um sich selbst, das Praxisteam und die Patienten vor einer Infektion zu schützen.

Die aufsuchende Betreuung von besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen wie etwa alten Menschen oder Menschen mit einer Beeinträchtigung speziell in der stationären Versorgung, aber auch in der häuslichen Pflegesituation soll streng auf Akut- und Notfallbehandlungen beschränkt werden, solange die Virusepidemie andauert. Soweit zahnärztliche Behandlungen erforderlich sind, sollen diese in der Praxis sowie im Rahmen von Akut- und Notfallbehandlungen der aufsuchenden Betreuung unter konsequenter Beachtung der erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen für die Patienten und das Behandlungsteam durchgeführt werden.

Der zahnärztliche Notdienst in der Nacht und am Wochenende ist für Notfälle und Schmerzpatienten gedacht. Angesichts der Corona-Pandemie bittet die KZV Berlin darum, die Notdienstpraxen nicht mit aufschiebbaren Behandlungen zu belasten.

Nachgewiesene Coronavirus-infizierte Patienten und behördlich unter Quarantäne gestellte Verdachtsfälle mit akut notwendigen und unaufschiebbaren Behandlungen werden in sog. Schwerpunktpraxen – nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung – behandelt.

Selbstverständlich steht die Patientenberatung mit Rat und Tat zur Seite. Sie ist telefonisch zu den angegebenen Hotline-Zeiten erreichbar.

Praxisplakat "Infektionen vorbeugen: Die 10 wichtigsten Hygienetipps" (Hrsg.: BZgA)

Hinweisplakat für Patienten am Praxiseingang (Hrsg.: BZÄK)

Patientenberatung der Berliner Zahnärzte (Hrsg.: KZV Berlin)


Praxisschließung

Sofern Sie Ihre Praxis schließen (müssen), senden Sie eine E-Mail an zulassung(at)kzv-berlin.de.
Über die Praxisschließung entscheidet nicht die KZV Berlin; diese Entscheidung trifft ausschließlich der Praxisinhaber eigenverantwortlich, es sei denn, die Praxis wird von Amts wegen geschlossen.


Nachgewiesene Coronavirus-infizierte Patienten und behördlich unter Quarantäne gestellte Verdachtsfälle mit akut notwendigen und unaufschiebbaren Behandlungen werden in sog. Schwerpunktpraxen behandelt.

  • Patienten kontaktieren Sie zunächst telefonisch ihren Hauszahnarzt. Mit ihm klären sie, ob es sich um eine notwendige und unaufschiebbare Behandlung handelt. Falls ja, ruft der Patient die in seiner Nähe liegende Schwerpunktpraxis an.
  • Eine Behandlung ist nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung möglich.
  • Die Schwerpunktpraxis informiert Sie im Rahmen der kurzfristigen Terminvergabe über die nächsten Schritte und über die Organisation Ihres Krankentransportes zum Termin in die Schwerpunktpraxis.

Präsident Professor Frankenberger zur Coronakrise

Liebe Mitglieder der DGZMK, meine lieben Kolleginnen und Kollegen,

es geht uns in diesen Tagen allen ähnlich: Wir reiben uns ungläubig die Augen und verstehen die Welt nicht mehr in Anbetracht der Umstände, die uns ein ca. 150 Nanometer großes Virus innerhalb weniger Wochen beschert hat. Die Restriktionen unseres täglichen Lebens haben ein bislang nie gekanntes Ausmaß angenommen und niemand kann im Moment eine sichere Zeitschiene vorhersagen, wie und wann sich das wieder in Richtung Normalität bewegt. Daher sind auch „Stand heute“ oder „im Moment“ sehr häufig gebrauchte Begriffe geworden, welche in allen Belangen vor allem eines bedeuten: Es gibt für diese Krise kein Handbuch. Hinzukommt eine schier unglaubliche Dynamik der Trends und Ereignisse, manche Fakten sind innerhalb einer Woche schon wieder obsolet.

Genau hier ist auch die primäre Schwierigkeit der wissenschaftlichen Zahnmedizin verortet, und die vertritt die DGZMK als Dachorganisation aller wissenschaftlichen Fachgesellschaften im trilateralen Miteinander mit BZÄK und KZBV. Die DGZMK orientiert sich an der Wissenschaft, kümmert sich neben dem wissenschaftlichen Nachwuchs um Leitlinien und Evidenz und vertritt diese im zahnmedizinischen Kontext, ohne die Fachgesellschaften zu bevormunden. Der Vorstand der DGZMK beobachtet aber auch, dass die Zahnärzte in diesen Tagen von massiven Sorgen gesundheitlicher und wirtschaftlicher Natur heimgesucht werden, komplettiert durch die Verunsicherung der Patienten, die durch tägliche Meldungen in Presse und Fernsehen nicht reduziert wird – im Gegenteil.

Seit Beginn der Pandemie befinden wir uns daher in unserem Vorstand auf der einen und den Fachgesellschaften auf der anderen Seite in fast täglichem Austausch, was wir unseren Mitgliedern in dieser epochalen Corona-Krise anbieten können. Auch wenn die Datenlage im Kontext „Zahnmedizin und Covid-19“ aufgrund der Aktualität noch nicht ausreichend sein kann, ist trotzdem bereits überraschend viel publiziert worden. Zum einen sei auf die ausführlichen Vorlagen von KZBV und IDZ verwiesen sowie weitere Handlungsempfehlungen der BZÄK, die bereits eine hervorragende Grundlage für jeden Zahnarzt darstellen. Zum anderen hat sich auch der Arbeitskreis Ethik in der DGZMK bereits positioniert. Es ist mir ein besonderes Anliegen, darauf hinzuweisen, da die Berufsethik in dieser Krise von unschätzbarem Wert für uns ist.

Konkrete Empfehlungen auf valide wissenschaftliche Fakten stützen

Wie sehen nun konkrete Empfehlungen aus, wenn man versucht, diese auf valide wissenschaftliche Fakten zu stützen? Zunächst und vorab: In unserer Universitätszahnklinik wurde seit 16. März 2020 auf reinen Not-/Schmerzbetrieb umgestellt. Dies war jedoch in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass unser Klinikum den Routinebetrieb aller Kliniken reduzierte, um der zu erwartenden Verknappung von Schutzausrüstung effektiv zu begegnen. Als dann wenige Tage später bundesweit die Ausgangsbeschränkung beschlossen wurde, schien dieses Konzept in Anbetracht aller Fakten zu diesem Zeitpunkt vernünftig zu sein, unzählige Terminabsagen von verunsicherten Patienten betätigten dieses Vorgehen. Staatsexamina wurden an das Phantom verlegt oder ganz verschoben, der erste Teil des Sommersemesters findet in der ganzen Bundesrepublik zunächst rein virtuell statt, wann ein geregelter Unterricht am Patienten beginnen kann, ist völlig offen und stellt uns in der Universitätszahnmedizin vor große Herausforderungen. Auch der ursprünglich geplante Einstieg in die neue Approbationsordnung wird wohl um ein Jahr verschoben werden müssen.

Gesunde Mundhöhle ist bessere Immunbarriere

Bevor wir zu komprimierten Empfehlungen angesichts der omnipräsenten Krise kommen, gestatten Sie mir eine Vorbemerkung. Sowohl das Hauptaugenmerk in der Wissenschaft als auch in der öffentlichen Berichterstattung fokussiert fast ausschließlich auf Bekämpfung und Eindämmung des SARS-CoV-2-Virus auf der einen als auch Impfstoff- und Medikamentenentwicklung auf der anderen Seite. Das ist wichtig und nachvollziehbar. Ein Aspekt, in dem die Zahnmedizin in unserem Land traditionell hervorragend aufgestellt ist, kommt jedoch zu kurz: Die Prävention. Eine Frage, die in naher Zukunft intensiv bearbeitet werden sollte, ist neben dem Aspekt der Schutzausrüstung auch die Optimierung des eigenen Immunsystems. So ist zum Beispiel die Rolle von Vitamin D im Zusammenhang mit dem Immunsystem bekannt, und trotzdem sind bis zu 90 Prozent der Deutschen damit unterversorgt. Ähnliches gilt für Vitamin C. Gerade in diesem Zusammenhang ist eine gute Mundhygiene beziehungsweise eine gesunde Mundhöhle in Zeiten von Covid-19 noch wichtiger als sie vorher ohnehin schon war. Eine gesunde Mundhöhle ist immer eine bessere Immunbarriere als eine kranke Mundhöhle.

Zentrale Aspekte der Empfehlungen

Zentrale Aspekte unserer mit den Fachgesellschaften abgestimmten Empfehlungen, auch auf Grundlage bisheriger Empfehlungen seitens BZÄK und KZBV sind:

  1. Als Beitrag zur Eindämmung der durch Covid-19 ausgelösten Pandemie sollten Patienten anhand einer Covid-19-Anamnese vor Behandlungsbeginn in asymptomatische Patienten und in Patienten mit Covid-19-Symptomen beziehungsweise mit bestätigter Infektion separiert werden.
  2. Die Behandlung symptomatischer/infizierter Patienten sollte sich auf Schmerzbehandlung reduzieren (Entzündung, Trauma, Tumor) und sollte nur in Einrichtungen/Praxen durchgeführt werden, in denen Schutzausrüstungen für die Behandlung infizierter Patienten vorhanden sind. Die Bereitstellung geeigneter Schutzausrüstung beziehungsweise die Etablierung entsprechend ausgerüsteter Einrichtungen/Praxen hat staatlicherseits zu erfolgen.
  3. Bei Patienten, die zu Risikogruppen zählen, sollten die Behandlungsindikation vor allem bei elektiven Eingriffen besonders streng geprüft werden. Notfallbehandlungen sollten unter Berücksichtigung der besonderen Umstände weiterhin durchgeführt werden. Als allgemeine Notfälle sollten dentale Infektionen, Abszesse, Blutungen, Unfälle oder Traumata und nicht zu tolerierende Schmerzen, zum Beispiel als Folge einer Pulpitis behandelt werden.
  4. Patienten ohne nachgewiesene Infektion oder Verdacht darauf können unter Beachtung bestehender Hygienevorschriften behandelt werden, insbesondere Behandlungen ohne Aerosolbildung (zum Beispiel Kieferorthopädie, Parodontologie, Prophylaxe, herausnehmbare Prothetik, Chirurgie, Funktionstherapie) können problemlos durchgeführt werden.
  5. Als Experten des Mund-Rachen-Raums sind sich Zahnärzte schon immer der Bedeutung des Aerosols als Übertragungsmedium ansteckender Krankheiten bewusst und dafür hoch sensibilisiert. Bis zur endgültigen wissenschaftlichen Klärung der Rolle zahnärztlichen Aerosols (im Gegensatz zur Tröpfcheninfektion) bei der Übertragung von Covid-19, sollten zusätzliche Maßnahmen getroffen werden, um Entstehung, Ausbreitung und Verbreitung von Aerosol einzudämmen. Zusätzlich sollten räumliche, zeitliche und ablauftechnische Maßnahmen entsprechend der lokalen Gegebenheiten einer Einrichtung/Praxis eingeleitet werden, um die vom Robert Koch-Institut geforderte Abstandhaltung möglichst effektiv umzusetzen.
  6. Zahnärzte haben als Arbeitgeber ihren Angestellten gegenüber eine Fürsorgepflicht. Angesichts der Pandemie von Covid-19 können daher praxisbedingt besondere Maßnahmen notwendig werden, um den bestmöglichen Schutz für Patient, Personal und Behandler zu gewährleisten.
  7. Im Bereich der Zahnerhaltung (Kariologie, Endodontie, Parodontologie, Kinderzahnmedizin) sollte zur Eindämmung/Vermeidung von Aerosolen der Einsatz von Turbinen, Pulverstrahlgeräten und Ultraschallscalern aus Sicherheitsgründen vermieden werden. Der Einsatz von Kofferdam ist generell da empfehlenswert, wo er möglich ist.
  8. Begonnene Behandlungen mit festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz sollten abgeschlossen werden. Der Beginn neuer Behandlungen, sollte unter Berücksichtigung der oben genannten Empfehlungen individuell abgewogen werden. Es ist im Einzelfall kritisch zu prüfen, ob der Behandlungsbeginn zum Beispiel bei ausgedehnter Teleskopprothetik verschoben werden kann, insbesondere vor dem Hintergrund, dass bei Erkrankung von Patienten eine lange Zeit mit Provisorien überbrückt werden müsste.
  9. Im Bereich der zahnärztlichen Chirurgie / MKG-Chirurgie ist der Schwerpunkt der aktuellen Maßnahmen in den Bereichen Tumor/Trauma/Notfall zu sehen. Implantologische Empfehlungen wurden bereits publiziert.
  10. Die DGZMK unterstützt ausdrücklich die staatlicherseits eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie, unterstreicht die Gemeinwohlverpflichtung der Zahnärzte und definiert die Zahnmedizin per se als uneingeschränkt systemrelevant. Die bevorstehende Etablierung eines Rettungsschirms für Zahnärzte wird begrüßt. Wir danken unseren Partnern von BZÄK und KZBV für die politische Vertretung der Interessen der Zahnärzte und stehen für trilaterale Aktionen jederzeit bereit, um der Zahnmedizin im Ganzen auch politisch Nachdruck zu verleihen.

Momentaufnahme und „Work in Progress“

Natürlich sind unsere einzelnen Fachgesellschaften frei in der Entscheidung, ob sie über diese „Kurzliste“ hinausgehende Details veröffentlichen wollen. Dieses Papier ist ohnehin eine Momentaufnahme in einer staatlichen Krise und hat daher weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch auf dauerhafte Gültigkeit, es ist vielmehr „Work in Progress“, also auch jederzeit aktualisierbar. Eine S1-Leitlinie der DGZMK zum Thema „Umgang mit zahnmedizinischen Patienten bei Belastung mit Aerosol-übertragbaren Erregern“ ist bei der AWMF angemeldet. Als Vorstand der DGZMK sind wir es unseren Mitgliedern schuldig, uns wissenschaftlich wie ethisch zu positionieren – ich bedanke mich daher herzlich für die aufmerksame Lektüre.

Bleiben Sie gesund, bis es einen Impfstoff gibt, oder werden Sie schnell immun – ich weiß nicht, was der bessere Wunsch ist, suchen Sie sich gerne einen aus.

Alles Gute
Ihr Roland Frankenberger
Präsident der DGZMK, stellvertretend für den geschäftsführenden Vorstand
Marburg, den 16. April 2020


Liquiditätshilfen der Investitionsbank Berlin (Hrsg.:IBB)

Bekomme ich Entschädigung bei Quarantäne?

Erkrankt einer Ihrer Arbeitnehmer, so erhält dieser die „normale“ Entgeltfortzahlung. Wird er vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt, so gibt es eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz. Ähnliches gilt für Sie als Arbeitgeber: Ordnet das Amt eine Quarantäne oder ein Berufsverbot an, so gibt es eine Entschädigung, die sich am letzten Einkommenssteuerbescheid orientiert. Wichtig: Gehen Sie nicht freiwillig in die Selbstquarantäne, denn ohne behördliche Anordnung gibt es keine Entschädigung. Auch wäre dies eine Verletzung des Versorgungsauftrags als Vertragszahnarzt.

Bekomme ich Entschädigung bei Praxisschließung?

Gerade in diesem Bereich gibt es aktuell viele Irrtümer. Festzuhalten ist, dass weder Kammer noch KZV Praxisschließungen anordnen können – dies kann in der Corona-Situation nur das Gesundheitsamt. Auch ist es nicht richtig, wenn suggeriert wird, dass im Falle einer behördlichen Schließung von Praxen (ohne, dass es vor Ort in der Belegschaft Covid-19-Fälle gab) pauschal eine Entschädigung fließen würde – der maßgebliche § 56 des Infektionsschutzgesetzes sieht dies von seinem Regelungsbereich her nicht vor. Dennoch kann in einem solchen Fall Druck auf die Behörden ausgeübt werden – indem man, anwaltlich begleitet, einen Entschädigungsantrag stellt.
 

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