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Wurzelkanalbehandlung - Wann bezahlt die Krankenkasse?

Die Wurzelkanalbehandlung - Endodontie - ist in der Zahnheilkunde eine Schlüsseldisziplin, wenn es um die Frage "Zahnerhalt oder Zahnverlust" geht. Seit dem 1. Januar 2004 wurden für diese Behandlung aber Einschränkungen vereinbart: Davon sind besonders die großen Seitenzähne im Ober- und Unterkiefer betroffen. So ist an diesen Zähnen die Wurzelkanalbehandlung in der Regel nur dann angezeigt, wenn:

  • damit eine geschlossene Zahnreihe erhalten werden kann.
    D. h., dass von dem zu behandelnden Zahn zur Kiefermitte alle Zähne vorhanden sein müssen oder Lücken mit Zahnersatz (auch Implantaten) versorgt sind. Lückenschluss durch Zahnwanderung zählt als geschlossene Zahnreihe!
  • eine einseitige Freiend-Situation vermieden wird,
    wenn also hinter dem letzten Zahn der Zahnreihe eine freie Strecke nicht mit natürlichen Zähnen bestückt oder nicht mit Zahnersatz versorgt ist. Kaufunktionelle Aspekte und das Alter des Patienten spielen für die Beurteilung der Freiend-Situation eine wichtige Rolle. Auch vorhandene Zähne im Gegenkiefer (Antagonisten) sind ein wichtiges Kriterium der Erhaltungswürdigkeit, da diese bei fehlendem Gegenzahn herauswachsen können.
  • der Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz möglich wird.
    Vorhandener Zahnersatz muss durch die Wurzelkanalbehandlung auf absehbare Zeit funktionstüchtig bleiben. Gibt es jedoch konkrete zahnmedizinische Anzeichen dafür, dass der vorhandene Zahnersatz seine Funktionstüchtigkeit in naher Zukunft verlieren wird und neuer, entsprechender Zahnersatz nicht möglich ist, ist die Wurzelkanalbehandlung an den großen Seitenzähnen nicht mehr Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung und muss daher den Patienten, wenn diese die Zahnerhaltung wünschen, privat in Rechnung gestellt werden.

Die Erneuerung einer vorhandenen, den Richtlinien entsprechenden (korrekten) Wurzelfüllung sowie anatomische Besonderheiten eines Zahnes, der endodontisch behandelt werden soll, können die Erfolgsaussichten der Behandlung verringern und entsprechen in der Regel damit nicht mehr dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Gesetzgebers.

Weiter heißt es in den Behandlungs-Richtlinien zur Wurzelkanalbehandlung:

Die Anwendung moderner Methoden der Wurzelkanalbehandlung aber auch extreme anatomische Situationen der Zahnwurzeln sowie die oben angeführten Kriterien können deshalb eine private Abrechnung der gesamten Behandlung notwendig machen!

Leistungen, die nicht im Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind, wie die

  • elektrometrische Längenbestimmung des Wurzelkanals
  • zusätzliche Anwendung elektrophysikalischer-chemischer Methoden
  • medizinischen Einlagen, die über die 3.Sitzung hinausgehen, wenn keine Ausnahmeindikation vorliegt (Medikamentöse Einlagen sind unterstützende Maßnahmen zur Sicherung des Behandlungserfolges. Sie sind auf drei Sitzungen beschränkt.)

können dagegen zusätzlich vereinbart werden, ohne dass deswegen die gesamte Behandlung - wie oben beschrieben - ausgegrenzt werden muss.

Weiter Informationen von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung finden Sie unter:

Haben Sie noch Fragen?

Dann können Sie sich an unsere Patientenberatungsstelle der Kammer und KZV wenden.

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Behandlung von Asylbewerbern

Eine Übersicht der Zahnarztpraxen, die derzeit Kapazitäten zur Behandlung von Asylbewerbern haben, finden Sie hier sortiert nach Bezirken. Fremdsprachenkenntnisse sind ebenfalls aufgeführt. (Stand: 01.12.2016)